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Röhrenradio Siemens RD 20 (1961) reparieren

BeitragVerfasst: Samstag 22. September 2018, 18:51
von Leonröhre
Durch zufall kam ich an mein zweites Röhrenradio, diesmal ist es eines von Siemens, Meistersuper RD 20.
Es handelt sich um ein Radio, daß typisch für die 50er- 60er aufgebaut ist, daß läßt sich auch an der Röhrenbestückung feststellen. Im UKW Kastel werkelt eine ECC 85, Eine Doppeltriode. Als Oszillator wurde hier die ECH81 verwendet, darauf folgte die EF89 (eine Pentode) Das demodulierte signal (ich glaube so nennt man es) wird der EABC 80 zugeführt, der Triodenteil jener Röhre verstärkt das NF Signal so stark, daß die Endröhre vernünftig arbeitet und man Töne aus dem Lautsprecher vernehmen kann. Bei mir handelt es sichcum die Endröhre des Typs ECL 86.


Im bald folgenden Beitrag wird die Reparatur ausführlich beschrieben.
Eines Vorweg :

Achtung! Röhrenradios/Röhrenverstärker arbeiten mit hohen Anodenspannungen, einige Hundert Volt! (Hier sind es im Leerlauf etwa 365 V am Ladeelko der Siebkette! Vorsicht mit solch hohen Spannungen und denkt daran, die Elyt-Kondensatoren können solch hohe Spannungen sehr lange halten!

Nun will ich aber-nach all den erläuterungen, Warnungen beginnen.


Bild
Das Radio in Betrieb nach der Restaurierung.

Bild Rückwand entfernt, als erstes wurden mit einem 8 Bar Kompressor grobe Verschmutzungen gelöst.

Bild
Dann habe ich unten die abgeschirmte Bodenplatte abgeschraubt, zum Vorschein kam eine der ersten Leiterplatten.
Bild Da jetzt das abgeschirmte Kabel zur Bodenplatte abgeschraubt war, konnte ich das Chassis aus dem Radio ziehen.

Nun ging es an das erste ernsthafte mechanische Problem. Wenn man von 100 MHz zu einer niedrigeren Frequenz wechseln wollte, blockierte irgendetwas das Skalenseil. Auch zwei Zahnräder schienen immer wieder auszurasten.

Bild
Neben dem Doppelzahnrad, auf dem ein grünes Skalenseil verläuft könnt ihr die aus der Halterung gerutschte Feder sehen. Sie ist mit einem Seil verbunden, wenn das Radio auf UKW gestellt ist, wird die Feder unter Spannung gesetzt und drückt das Zahnrad mit dem grünen Seil nach Links. Bei KW/MW/LW wird die Feder entlastet, durch eine schwarze Feder wird das andere Zahnrad nach rechts gedrückt, und das andere Skalenseil läßt sich durch drehen am bewegen.

Wenn die Feder nicht richtig gespannt ist, funktioniert die Mechanik nicht mehr, die Sender Lassen sich nicht mehr einstellen.

Bild Nach einer Stunde Feinstarbeit war die Feder so eingestellt, daß alle Wellenbereiche wieder einstellbar waren.

Aber das Problem, daß sich das Skalenseil nur in eine Richtung bei Stellung UKW drehen ließ, war noch da
Bild. Es stellte sich heraus, daß das grüne Skalenseil falschherum auf dem Zahnrad aufgebracht wurde, das Skalenseil verhakte sich, wenn man in eine bestimmte Richtung drehte. Das Skalenseil wurde an der Spannfeder aufgetrennt und anders herum auf das Zahnrsd gelegt, jetzt läufz die Abstimmechanik wieder einwandfrei.

Kommen wir nun zum...

... ELEKTRISCHEM TEIL

Re: Röhrenradio Siemens RD 20 (1961) reparieren

BeitragVerfasst: Mittwoch 3. Oktober 2018, 17:48
von Glasei
An dieser Stelle ergreife ich mal die Gelegenheit für einen Tip zum Netzkondis entladen:
Dies läßt sich gut mit einer 60W-Glühlampe realisieren. Sie läßt sich auch zum Formieren der Elkos verwenden.
Hierzu wird die Plusleitung zwischen Gleichrichter und erstem Elko aufgetrennt und die Lampe reingehängt.

Leuchtet es nicht, können die Kondis als OK angesehn werden, zumindest für einen Testbetrieb.
Steht von Anfang an klar, das die Elkos einen weg haben, sollte man die Formierung mit kleinerer Wattage machen.
Eine 25W Lampe tut hier gute Dienste, Strommessung vor der Lampe wird empfohlen.

Nehmt bitte vor solchen Aktionen sämtliche Röhren raus !

Re: Röhrenradio Siemens RD 20 (1961) reparieren

BeitragVerfasst: Dienstag 9. Oktober 2018, 19:24
von Leonröhre
Glasei hat geschrieben:An dieser Stelle ergreife ich mal die Gelegenheit für einen Tip zum Netzkondis entladen:
Dies läßt sich gut mit einer 60W-Glühlampe realisieren. Sie läßt sich auch zum Formieren der Elkos verwenden.
Hierzu wird die Plusleitung zwischen Gleichrichter und erstem Elko aufgetrennt und die Lampe reingehängt.

Leuchtet es nicht, können die Kondis als OK angesehn werden, zumindest für einen Testbetrieb.
Steht von Anfang an klar, das die Elkos einen weg haben, sollte man die Formierung mit kleinerer Wattage machen.
Eine 25W Lampe tut hier gute Dienste, Strommessung vor der Lampe wird empfohlen.

Nehmt bitte vor solchen Aktionen sämtliche Röhren raus !

Bei mir wird das mit einer 7 bis 15 w lampe und einem Einweg - Gleichrichter gemacht. Wenn die Lampe nicht mehr Leuchtet und am Elko ~310-340V zu messen sind, ist der Elko Ok.
LG Leonröhre
PS:Ich bereite gerade die Bilder für den eigentlichen Thread vor

BeitragVerfasst: Dienstag 9. Oktober 2018, 23:45
von Glasei
Diese Methode geht natürlich auch, werds beim nächsten Projekt mal testen. :g) :sm023:
Auf die Bilder bin ich schonmal schwer neugierig.

Re:

BeitragVerfasst: Donnerstag 11. Oktober 2018, 11:00
von Leonröhre
Glasei hat geschrieben:Diese Methode geht natürlich auch, werds beim nächsten Projekt mal testen. :g) :sm023:
Auf die Bilder bin ich schonmal schwer neugierig.

Ein Teil is scho da.
Lg Leonröhre