China-Schandmurks

Alles über Tests und Versuchsaufbauten mit Licht (inkl. unsichtbarer Strahlung) und Hochspannungs- oder Hochfrequenzversuche.

China-Schandmurks

Beitragvon Glasei » Mittwoch 9. Januar 2013, 21:17

NAbend Gemeinde,
eigentlich hat mein momentanes Lötprojekt nicht großartig mit Licht zu tun,
aber das hier möchte ich euch doch mal zeigen. Aaalso:

Bekam eben eine Mini-CD Anlage zum an die Wand hängen zum Aufbauen oder Schlachten.
Der CD Player sollte kapöttchen sein, und da ich ja über die vorherigen Betriebsbedingungen
Bescheid wußte, konnte der Fehler nicht zu groß sein.

Der Spindelmotor drehte nicht, Anzeige "Keine CD". Ist für gewöhnlich mit Linse reinigen behoben,
nur hier lag ich falsch. Also den Laser vorsichtig Richtung CD Rand verschoben.
Nun drehte der Motor, aber der Laser bewegte sich nicht wie üblicherweise an seinen Ruhepunkt.
Also doch mal einen Blick in die Elektronik schmeissen und genau dabei kam mir das kalte :sm078:

Hier die Lötseite des Mutterbretts. Recht ordentlich layoutet, aber bei genauerem Hinsehen
ahnt man bei der Lötung Böses.

Bild

Bei genauem Hinsehen betätigt sich das. Ordentlich sieht ganz anders aus.

Bild

Dies hier ist übrigens der Anschluss für die CD Playertasten. Oder sollten es mal werden. :sm_idea:

Bild

Bild


Ein Blick auf die Bestückungsseite des Mutterbretts setzt dem Ganzen die Krone auf. Kraut und Rüben ! :sm021:
Außerdem noch an jeder passenden und unpassenden Stelle reichlich Klebstoff.

Bild

Und damit zur Endstufenplatte. Die Lötseite sieht mir nicht grade nach fachkundiger Hand aus. :g?

Bild

Auch die Bestückungsseite überzeugt nicht. Auch hier Chaos.

Bild

Man beachte hier speziell die Kabelage am oberen Bildrand ! :greek:
Zum krönenden Abschluß noch der defekte Elko, von dem ich auch annehme, daß
er die Ursache für die fehlerhaft laufende CD Playersteuerung ist.
Das Ding hat die halbe Platine vollgepullert. :waste:

Bild

Wenn man sich mal überlegt, daß dieses Teil neu gern um die 100€ gekostet hat,
grenzt dieser Schrott an Betrug. Wenn man sich mal den Unterschied zwischen Layout
(was sehr sauber gemacht wurde) und Bestückung + Lötung ansieht, war das Perlen vor die Säue.

Echt traurig. :waste:
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon Chris » Mittwoch 9. Januar 2013, 23:48

Hallo Glasei,

da liegt doch der Fall klar auf der Hand: Layout / Konstruktion in Deutschland, zusammengeschustert in Hinterindien. Sieht schauderhaft aus und muß ja nur die Garantiezeit überleben, dazu hat es scheinbar gereicht. Aber wenn der Kunde billig will, bekommt er eben solchen Mist. Früher hat ne Stereoanlage mehrere Monatsgehälter gekostet, die hat dann eben auch Jahrzente gehalten. Meine wird dieses Jahr 24 Jahre alt und läuft. Daß es auch heute noch Qualität gibt sieht man an Miele, nur wer ist denn bereit und in der Lage, diese Preise zu bezahlen? Für wenig Geld aber gibt es nun mal nur wenig Gegenwert. Im Bereich der Unterhaltungselektronik gibt es allerdings inzwischen fast gar keine Qualitätsware mehr, TechniSat und Loewe mal als positive Beispiele außen vor gelassen. Alles andere ist nur noch der Markenname, der diesen von der Qualität her betrachtet gar nicht mehr verdient.

Viele Grüße, Chris!
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon g33k0 » Donnerstag 10. Januar 2013, 08:31

Och, ich finde meinen Onkyo TX-8050 auch sehr brauchbar verarbeitet von innen. Ist zwar auch aus Malaysia und die Lötstellen werden nicht ewig halten - aber das war bei Verstärkern vor 20 Jahren auch schon so ;)

Wenn er mal paar Jahre alt und aus der Garantie raus ist, dann werd ich ihn mal zerlegen und mir die Lötstellen mal angucken und bei Bedarf nachlöten.
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon HQI-TS » Donnerstag 10. Januar 2013, 09:21

ich hab schon 3 Radios gehabt mit CD Player der nichtmal eine CD komplett abgespielt haben, obwohl das Gerät neu gekauft war.
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon Glasei » Donnerstag 10. Januar 2013, 17:23

Ehrlich gesagt, ich war der Meinung, daß es wohl nach dem
Mitte 80er Jahre Japanschrott mit solchem Murks vorbei wäre.

Klarer Fall von Denkste. :sm021: :sm_idea:

Was nun den Tod nach Ablauf der Garantie betrifft, so war selbst diese Zumutung
ein positiver Ausreisser. Das Gerät hat etwa 6 Jahre Betrieb hinter sich. :greek:
Bin grade mal am Elko suchen. Wenn es wirklich nur an dieser Dynamitstange gelegen hat,
löte ich den oberschlimmsten Müll noch mal nach. Liegen mehr Fehler vor, geht die
Anlage den Weg in meine Platinenkiste.

Frau hat die Lautsprecher schon vorbestellt. :sm040:
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon ALF2000 » Donnerstag 10. Januar 2013, 18:30

schaut euch Preise an von RFT-Komponenten o.Ä

und dann kommst du mit 100Eur "teuer"`?


das Problem ist, Deutsche Handelsketten...

20Euro davon gehen schonmal an diesen komischen Staat via Maerchensteuer.

(Kommen sicher noch mehr Steuern im laufe des Verkaufs zusammen)

Ebenfalls wollen ETLICHE unterhaendler auch ihr "Brot" verdienen.


bestes Beispiel:

Micha und ich bestellen derzeitig LEDs in China direkt bei nem einschlaegig bekanntem Hersteller.

- Viele Anbieter wie Pollin, Conrad etc haben auhc dort ihre Quellen.

- Conrad macht aber zB gleich das makabere I Tüpfelchen daraus.

Beispiel. Einkauf in China je LED bei Abnahme von 1000 stk

3,6Cent/stk ist unser Preis

Conrad bezieht sich auf ueber 2Euro das Stueck,

muss man dazu noch etwas sagen?
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon djtechno » Freitag 11. Januar 2013, 20:05

Tja, die Apotheke Conrad. Man siehts halt oft: Das meiste Gelumps heute kommt aus CHina und findet sich auch bei dx oder alibaba wieder. Da der ganze chinakram dank zoll u.s.w. oft mehrere Wochen braucht,bis er hier ankommt,tun sich das dann die wenigsten menschen an. Und direkt vom Hersteller wie bei alibaba.com geht eben nur,wenn man große Mengen abnimmt. Das kann eben auch nicht jeder. Einkaufsgemeinschaften bilden reicht bei Abnahmemengen >1000 oft auch nicht, vom Org. Aufwand und Ausfallrisiko etlicher potenzielelr Abnehmer zu schweigen, dann die Vorleistungsgeschichte. Du hast das viele Geld nicht um in Vorleistung zu sehen und bleibst schlimmstenfalls auf etlicher Ware längere Zeit sitzen, poder alle in der Bestellgemeinschaft müssen dir vorkasse leisten, dazu müssen sie dir vertrauen und wenn der hersteller dann wieder ausfällt, mußßt du wieder jedem mühsam sein geld zurücküberweisen. Solche Sammelbestellversuche gabs in div. Foren schon häufig, nur in den wenigsten Fällen kam die Bestellung dann tatsächlich zustande.

Es ist zum :sm021: aber ist leider so: Die teuren preise hierzulande zahlt man dafür,daß andere das Unternehmerische risiko,die Distribution, Abnehmerfindung (!Kundenfindung) und Zollformalitäten abwickeln.

Man kann sich viel Geld sparen,wenn man das umgeht, muß dann aber selber dieses mehr an zeit und Aufwand tragen. In einigen Fällen gehts, aber stell dir vor,du würdest qwirklich alles, also kleidung, alle haushaltsprodukte u.s.w. nach dem prinzip beschaffen, da müßtest du noch 10 leute einstellen,die mithelfen...

Für einzelne Produkte geht das aber prima, eben z.b. bei dx, wenn man bestimtme leds,taschenlampen, akkus u.s.w. nicht "schnell" benötigt und warten kann, ggf. mit leben kann,es zweimal zu ordern,weils beim ersten mal vom zoll zurückgesant wurde,oder verloren ging

Ich sage ja, irgendwer muß es schaffen,einen teleporter zu bauen, und die bauanleitung ins netz stellen :mrgreen:

dann geht man "mal kurz" rüber nach china, kauft ein und beamt sich wieder zurück ins wohnzimmer :sm040:
Gott sprach, es werde Licht, doch Petrus fand den Schalter nicht. Und als er dann den Schalter fand, da war die Sicherung durchgebrannt.
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon Chris » Freitag 11. Januar 2013, 21:50

Hallo Glasei,

dann verstehe ich Dein Einstiegsposting hier aber nicht so richtig: Warum regst Du Dich auf, wenn das 100 Euro Gerät nach 6 Jahren defekt ist? Da ist eben einfach die MTBF (Mean Time Between Failure) erreicht! :green: Worüber ich mich eher aufrege ist die Tatsache, daß Produkte aus der Neuzeit auch aus dem höherpreisigen Segment keine Garantie mehr für Funktion bieten. Wenn ich einen Tatsch-Ja für vielleicht 10 T€ kaufe erwarte ich einfach nicht, daß der länger als 3 Jahre hält - wenn ich mir aber einen Audi leiste, sollte der also rein rechnerisch 9 Jahre (weil dreifacher Preis) funktionieren. Und genau das ist eben nicht der Fall, hatte ich ja bereits geschildert weil am eigenen Leib erfahren. Und dabei geht es mir eben nicht drum, daß die Sonnenstands-abhängige Regelung der Klimaautomatik unbedingt bis zum Fahrzeugende ihren Dienst verrichtet, nein, ich erwarte zumindest die Funktion der Grundaufgabe der Klima. Wenn ich da aber bereits nach einem Jahr (!) GAR KEINE Kühlleistung mehr habe, ist das einfach Scheißdreck, erst recht, wenn ich dafür 1.390 Euro Aufpreis bezahlt habe. Mein derzeitiger Passat wird im Februar 13 (!) Jahre, da kühlt die Climatronic noch immer! Und ich sage Dir, wenn Du einmal Höhe Butzbach in ner Autobahnbaustelle mit Deinem Wagen liegen geblieben bist, denkst Du schon mal anders über den Ausfall der Abgasreinigungsanlage nach, wenn der Motor deshalb GAR NICHT MEHR läuft (kein Notlaufprogramm, NICHTS! - viel Spaß übrigens im Winter bei -10 Grad, da geht nämlich auch keine Heizung mehr, wenn der Motor nicht läuft und Du über ne Stunde auf den ADAC warten mußt). Das habe ich im Übrigen 3x mit der Karre durch, wie schon mal erwähnt war das ein Neuwagen, den ich nach 3 Jahren und 68TKm dem Händler zum Leasingende für den halben Neupreis wieder auf den Hof gestellt hatte - soviel zum Thema Wertbeständigkeit eines Audi. Der Passat dagegen hat inzwischen 102TKm gelaufen und mit dem bin ich noch NICHT EINMAL stehen geblieben, aber der ist eben auch Baujahr 2000. Und nun möge mir bitte niemand mit Montagsauto kommen, wenn die bei Audi montags keine Autos bauen können, sollen sie es besser sein lassen. Solcher Dreck jedenfalls kommt mir nicht nochmal ins Haus. :waste: Aber zurück zum Thema: Klar ist das ärgerlich, wenn der CD-Spieler gerade dann versagt, wenn Du ne Alte kurz vorm Bett hast und nur noch eine Gefügig-mach-CD fehlt, um den Akt zu vollziehen; aber mal ehrlich, sooo tragisch ist das doch nun wirklich nicht, oder? Oder wolltest Du uns nur die Schusterarbeit zeigen? Klar ist das grottig, aber wie schon letztens erwähnt, das ist eben heute so, weil der Kunde billig will. Da wird eben im Billigstlohnland zusammengeklöppelt, Hauptsache es übersteht die Garantiezeit. Für länger ist es ja auch gar nicht gedacht, denn Du sollst ja wieder was Neues kaufen... :grazz:

Viele Grüße, Chris!
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon Glasei » Freitag 11. Januar 2013, 23:32

Primär ging es mir um die Schusterarbeit. Ja.
Mitte der 80er hat Japanzeug auch so ausgesehn, die haben aber gut dazugelernt.
Es gibt natürlich auch da noch Ramsch, aber der sieht nicht mehr so extrem aus.

Was nun die 100€ betrifft, so sind diese für mich Reichtum. Andere Baustelle.
Meinen Stapel hatte ich mir Anfang der 90er zusammengekauft,
mußte zu der Zeit auch keineswegs auf den Pfennig sehen. Tat dieses auch nicht.
Was da an Reparatur anfiel ist mehr dem üblichen Verschleiss geschuldet.
Die Fehler waren auch keine Beinbrüche. Kontakte muß man eben alle paar Jahre sauber machen, so what ? :green:
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Re: China-Schandmurks

Beitragvon Lampenfreak » Samstag 12. Januar 2013, 16:35

Hallo Leute,

ich frag mich echt was ihr denn erwartet heutzutage? Die von dir gezeigte Platine wurde scheinbar auch von Hand gelötet und noch nicht mit irgendwelchen Maschinen. Und was den Preis anbelangt, wer will denn in der heutigen Zeit noch viel Geld für Technik ausgeben? Es muß doch immer alles möglichst billig sein und dabei beste Qualität. Nur das funktioniert leider nicht. Da darf man sich hinterher nicht beschweren!

Wir haben mit Tobi und Mags auch Platinen zerlötet. Nur bei den doppelt bschichteten Murks und dem bleifreien Lötmüll kannste das fast vergessen. Da sind solche alten Platinen noch richtig gut, weil einfach reparabel!

Wollte das nur mal kurz loswerden.

Gruß Micha
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