BG0 von 1976 (NOS) Dachbodenfund

Auch Vorstellung eigener Laternen und deren Restauration oder Umbau.

Re: BG0 von 1976 (NOS) Dachbodenfund

Beitragvon magslight » Freitag 9. November 2018, 16:48

Hab grad mal in meinen Archiv nachgeschaut. Also das Füllmaterial kann mineralischer Füllstoff sein, Vaseline oder reines Mineralöl. Je nach Hersteller.
Die Standards der DDR kenn ich nicht. Die MP/MPK/MKP... Kondensatoren haben seit ende der 1960er Jahre bis in die 1970er Jahre standardmäßig einen Berstschutz und sind platzsicher - in der BRD!. Schutz wird gewährleistet durch Überdrucksicherung, z.B. ducrh Dehnungssicken oder und Abreißsicherungen. Bei zu hohen Strom gibt es sogar eingebaute Feinsicherungen im Kondensator. Bei einen Schluß sind die meisten MP Kondensatoren selbstheilend (heute Standard).
Eigentlich sollten die Kondensatoren abgedichtet sein durch eine innere extra Abdichtung auch beim "aufploppen" der Dehnungssicken.
Ich habe noch nie West-Kondensatoren der Metallpapiertypen platzen gesehen , von platzenden DDR Kondis hab ich aber tatsächlich schon von mehereren Sammlern gehört.
In deinem Kondensator ist anscheinend Luft drin, was aber auch an einer zu hohen Fertigungstoleranz oder einfach schlechten Qualität liegen kann. Normal schüttelst du da nix. Deiner Beschreibung nach wird in deinem Kondensator reines Mineralöl sein und auf dem Bild sind Dehnungssicken sichtbar. Hat aber kein Prüfzeichen,weder (FP) noch (VDE).
Heißt: Ein gewisser Schutz ist da und theoretisch dürfte nicht viel passieren- aber ich persönlich würde dem Teil nicht trauen. Kauf dir einfach einen neuen. Die sind nicht teuer.
Suche HQLS/HRLS Leuchtmittel bis einschließlich 250W, ebenso HRL Leuchtmittel mit alter Kolbenform
außerdem suche ich Leuchtenkataloge des letzten Jahrhunderts
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Re: BG0 von 1976 (NOS) Dachbodenfund

Beitragvon Konsumleuchte » Freitag 9. November 2018, 18:41

Nabend magslight,

dem ist auch so! In den meisten, alten Kondensatoren, die mit dem Aufdruck "MP" gekennzeichnet sind, müsste sich noch Öl als Füllmaterial befinden. Genau kenne ich die Standards der DDR leider auch nicht aber Ich persönlich hatte bis jetzt noch keinen, bei dem das nicht so war. Einen Berstschutz besitzen sie zwar, wie du durch die Sicken festgestellt hast. Aber sie sind dennoch dadurch nicht mehr dicht und könnten im schlimmsten Fall sogar komplett auslaufen :gsad: . Das sie aber gleich komplett auseinander fliegen, mit einem lauten Knall, halte ich jetzt auch für sehr unwahrscheinlich.
So eine eingebaute Feinsicherung scheinen sie wohl auch nicht zu besitzen, denn Ich fand in einer alten BG0 einen völlig zerstörten Kondensator ungarischer Bauart vor. An diesem waren die Klemme und die abgehenden Kabel völlig weg geschmort oder gar verbrannt. Die Klemme und Teile der Kabel lagen völlig blank vor, bis wohl einer der Zuleitungen durchgebrannt war und den Stromfluss somit unterbrochen hat :shock: .

Das mit der Luft könnte auch daran liegen, dass er seit über 40 Jahren noch nie zum Einsatz kam und ein gewisser Teil über eine entstandene Undichtigkeit verdunstet sein kann :sm_idea: . Andere Mitglieder, hier aus dem Forum, haben mir von Anfang an geraten solche alten und nie benutzten MP-Kondensatoren nicht ans Netz zu bringen, da sie wohl des öfteren daran leiden undicht zu sein. Anders soll es sich aber wieder mit gebrauchten, alten MP-Kondensatoren verhalten. Da sie einer gewissen Gebrauchsroutine unterliegen werden sie nicht so schnell undicht und laufen daher auch nicht unbedingt aus. Kommt aber auch wieder darauf an, wie lange die letzte Benutzung her ist :roll: .

Dieser Kondi existiert nur noch zur Veranschaulichung. Wie bspw. hier für :gwink: ! Den betreibe Ich auf keinen Fall mehr und wurde bereits durch einen neuen und modernen ersetzt. Also alles gut :sm023: !

Aber so sind wir alle wieder ein bisschen klüger geworden und Ich erhalte mir diesen Kondensator, falls wieder mal irgendwann diese Frage in der Runde auftaucht.

Schöne Grüße

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Re: BG0 von 1976 (NOS) Dachbodenfund

Beitragvon Löffel » Sonntag 11. November 2018, 19:29

Konsumleuchte hat geschrieben:
Auch noch nicht gesehen: dieser komische, weiße Haken. Das hatte Ich bei den kleinen BGs noch nicht gehabt. Weiß jemand von euch wofür das diente oder was das für einen Zweck erfüllte.
Bild



So! nun bin ich pünktlich zum Kareval auch mal wieder da!! :sm040: :sm040:

Dieser weiße Haken hat lediglich die Funktion das der blaue Kunststoffring nicht in das Innere vom Gehäuse rutschen kann.
Die ursprünglich verwendenten blauen Kunststoffringe stammen noch aus der alten Löffelzeit und haben keine Dichtlippe
am Rand, der hier das Mastaufnahmerohr umschließt. Da ja der Kunststoffring vom Löffelgehäuse fest umschlossen wird.
Daher wurde jetzt dieser weiße Haken/Winkel am Chassis angeschweißt um den Kunststoffring in seiner Postion zu fixieren.
Sonst hat der keine weitere Funktion. Das der so aussieht als wenn da was zum Montieren ist, ist nur der Tatsache geschuldet,
das es einfacher ist schon vorhandene Teile zu verbauen. Anstatt extra neue Bauteile hierfür zu konstruieren. Seine Funktion
erfüllt dieser Winkel somit auch bestens. Das ist das ganze Geheimnis vom weißen Winkel. :grazz: Mehr nicht.

Später ab 1976 verschwand der Winkel auch schon wieder. Du wirst also eine Leuchte erwischt haben wo zwar noch die Winkel montiert sind,
aber die Kunststoffringe mit Dichtlippe schon verfügbar waren. Somit ist der Kunststoffring mit Dichtlippe eine weitere kleine Verbesserung
und Materialeinsparung in der BG0 Konstruktion. Später in den 80er Jahren tauchen die Winkel aber plötzlich wieder auf. :greek: :greek:

Ich habe BG1 Leuchten von 1982, die mit genau jenem Winkel und altem Kunststoffring ohne Dichtlippe, wie zu alten Löffelzeiten ausgestattet sind.
Vermutlich waren zu dem Zeitpunkt keine mit Dichtlippe verfügbar, so das der Winkel wieder aus der Mottenkiste geholt werden musste. Ab 1983
war dann wieder ohne Winkel. Diese Kunststoffringe sind auch nur ein Zulieferprodukt aus dem Normallienkatalog und wurden nicht direkt vom
Leuchtenbau Leipzig gefertigt. Somit war man auch immer abhängig vom Hersteller und was hier gerade in der Republik verfügbar war.
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Re: BG0 von 1976 (NOS) Dachbodenfund

Beitragvon Konsumleuchte » Sonntag 11. November 2018, 21:28

Hi und Nabend Löffel :g) ,

sehr lange nichts mehr von dir gelesen. Das freud mich, dass es dich hier noch gibt und vielen, herzlichen Dank für die umfangreiche Erklärung dazu. So etwas kann nur jemand Wissen, der für solche alten Leuchten eine wahre Leidenschaft entwickelt hat :sm023: . Und Ich bin jetzt dazu auch ein Stückchen klüger geworden. Sehr gut :green: !

Schöne Grüße

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Re: BG0 von 1976 (NOS) Dachbodenfund

Beitragvon Glasei » Montag 12. November 2018, 11:53

Hey Löffel, willkommen zurück ! :green:
Ihr da ohm ! Macht watt ihr volt !!!
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