Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Auch Vorstellung eigener Laternen und deren Restauration oder Umbau.

Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon Chemnitzer » Montag 7. Mai 2018, 23:12

Hallo!

Heute entdeckte ich bei der Vorbeifahrt mit dem Zug am Bahnhof, jetzt Haltepunkt, Oberlichtenau, dass die LBLer 2. Größe auf Holzmast fehlte. Bis heute Früh stand sie noch friedlich am Güterschuppen:
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Nun wurde sie versehentlich beim Bau einer Behelfsstraße umgeschubst, sie wäre aber ohnehin bald gefallen. Da einer der Hobbykollegen fast direkt daneben wohnt, konnte er die Sache klären und sich die Leuchte für einen Kasten Bier mit allem Drum und Dran sichern. Da sie unbeabsichtigt gerammt wurde, wurde sie auch ganz vorsichtig abgelegt. Der Mast war schon etwas morsch und die Beulen hatte sie auch schon größtenteils vorher. Das Leuchtmittel, NF 250-01, war erhalten geblieben und gleich von uns herausgeschraubt worden:
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Wie zu erkennen, handelt es sich um ein Modell nach 1975:
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Zuerst war der Plan, die Leuchte im Ganzen zur Parkeisenbahn Chemnitz zu versetzen. Ein Anruf beim Chef bestätigte aber, dass Diskussionen mit dem Grünflächenamt - Verfechter der LED-Technik - wie schon bei den elektromechanischen Schranken vor wenigen Jahren auf Jahre hinauslaufen würden.
Also wurden die Schrauben gelöst, um die Leuchte in den Eigenbedarf zu überführen. Das Kabel erwies sich als Qualitätsprodukt, was vor allem die Schere von @Topfleuchte zu spüren bekam:
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Schließlich hatte man es geschafft; aus der gelösten Leuchte kamen noch ein paar erschreckte Bewohner heraus. Anschließend ging es an den Ausleger, an dem sich noch eine Schraube befand. Diese erwies sich als harter Brocken; auch mit der später noch geholten Rohrzange bekamen wir sie nicht ab - ebenso wenig, wie mit roher Gewalt:
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Das Innere bestand neben metallischen Teilen vor allem aus einem einzigen großen Nest - wer auch immer es durch den kleinen Spalt an der Oberseite schaffte:
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Anschließend wurde die Gute aufgeschultert und die wenigen Meter zur neuen Heimat getragen, wo schon eine polnische Genossin wartete, welche zwar sehr preiswert erstanden werden konnte, auf dem Postweg jedoch leider zu Bruch ging, zumindest deren dickes Abdeckglas. Wie schon zu sehen, konnten auch einige Unterlagen der DR vor der Dorfjugend gerettet werden (sie haben schon einige Leuchtmittel und eine BG 0 als Hängeleuchte auf dem Gewissen):
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Es gab heute jedoch noch einen weiteren Höhepunkt: Nur wenige Meter vom Haus des Kollegen entfernt, befinden sich zwei der sehr seltenen EPL in sehr gutem Zustand. Die waren mir bisher noch nicht aufgefallen, umso erfreuter war ich über diese „Entdeckung“:
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Mal sehen, wie es weitergeht.

Grüße
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon Emil » Dienstag 8. Mai 2018, 07:54

sehr schön das ihr den Löffel geborgen habt :green: zum glück ist der nicht in der schrott presse gelandet . das ist glaube ich keine EPL ich meine die wären etwas größer und hätten kein gitter die EPL Sieht etwas anders aus
Ich besitze Eine BG0 eine RSL1 Und eine R70 Käseglocke und einen Löffel vom 5 1966 eine R70 f von 1975 und eine Topfleuchte an Straßenlampen
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon Topfleuchte » Dienstag 8. Mai 2018, 11:54

Hallo :g)

Ja das war schon ne schöne Aktion gestern! :green:

Habe in Erfahrung gebracht, das diese Leuchten höchstwahrscheinlich keine EPL sein werden, wie mir Olav gestern mitteilte.
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon HqlFan1000 » Dienstag 8. Mai 2018, 12:04

Gehört die Leuchte nun dir Chemnitzer?
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon HqlFan1000 » Dienstag 8. Mai 2018, 12:04

Gehört die Leuchte nun dir Chemnitzer?
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon Chemnitzer » Dienstag 8. Mai 2018, 19:40

Nein, sie gehört dem Genossen aus Oberlichtenau, der gerade auf die Freischaltung durch einen Administrator wartet.

Stimmt, die EPL 1 ist tatsächlich größer und ohne Streben:
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Die von mir gezeigte Leuchte ist den dekorativen Außenleuchten mit der Type 3648 zugeordnet worden. Wie zu sehen, gibt es sie auch noch als Aufsatzleuchte für Mauern und Tore. Vielleicht besitzt ja auch jemand Katalog 512? Oder wäre es möglich, dass sie auch EPL 2 genannt wurde, schließlich ist bei den Straßenleuchten, ebenso wie bei der WPL, immer von 1 die Rede. Eine scheinbar kleine Ausführung einer WPL (oder ähnlich) befindet sich ebenfalls in der Nähe von Oberlichtenau an der Einfahrt zu einer Datsche.
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Hier mal ein Bild von der WPL-ähnlichen Leuchte, nur eben mit einer Strebe weniger und kleiner (das Bild ist vom Kumpel aus Oberlichtenau, ich hoffe er nimmt es mir nicht übel):
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Grüße
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon Konsumleuchte » Mittwoch 9. Mai 2018, 16:53

Guten Tag Chemnitzer,

da habt ihr wieder einmal einen alten Löffel vor seiner Vernichtung bewahrt. Sehr schön :sm023: ! ABER ihr habt da ganz schön was vor euch, den wieder so halbwegs in Form zu bekommen. Vor allen weil bei diesen, zu allen Übel, die Falznaht aufgebplatzt ist. Das wieder an der Stelle gerade und zusammen bekommen wird schwer werden, denke Ich :gsad: .

du schriebst:
Wie zu erkennen, handelt es sich um ein Modell nach 1975:

So einen habe Ich auch :DD ! Steht bei mir im Wohnzimmer auf einem Stativ und darf es gemütlich ausleuchten :g) .

weiter schriebst du:
Also wurden die Schrauben gelöst, um die Leuchte in den Eigenbedarf zu überführen. Das Kabel erwies sich als Qualitätsprodukt, was vor allem die Schere von @Topfleuchte zu spüren bekam:


Für so etwas nimmt man doch keine Schere :roll: . Den dicken Aludraht oder Kupferdraht bekommt man vernünftiger Weise mit einem Seitenscheider durch. Der ist dafür auch gemacht und nicht diese Papierschere, die es entschärft hat :gwink: .

dann schriebst du noch:
Schließlich hatte man es geschafft; aus der gelösten Leuchte kamen noch ein paar erschreckte Bewohner heraus. Anschließend ging es an den Ausleger, an dem sich noch eine Schraube befand. Diese erwies sich als harter Brocken; auch mit der später noch geholten Rohrzange bekamen wir sie nicht ab - ebenso wenig, wie mit roher Gewalt:


Für solche Fälle ist ein vernünftiger Rostlöser unabdingbar :g!: . Ich habe mit den Produnkten von C4R4MBA sehr gute Erfahrungen gemacht. Die rostlösenden Eigenschaften sind vom diesem Kriechöl wirklich hervorragend. Dann das Zeug einwirken lassen und mit einer passenden Nuss, einer Knarre und einem Stück Rohr müsste sich dann jeder Widerstand lösen lassen.

noch weiter:
Das Innere bestand neben metallischen Teilen vor allem aus einem einzigen großen Nest - wer auch immer es durch den kleinen Spalt an der Oberseite schaffte:


Ja das kenne Ich :glol: ! Entweder man findet die Leuchten in freier Wildbahn so vor oder man begegnet einen Insektenfriedhof mit aber Tausenden toter Insekten. Ich konnte diese mit vollen Händen aus meinen geborgenen 400er Löffel heraus holen :shock: .

und noch weiter:
Anschließend wurde die Gute aufgeschultert und die wenigen Meter zur neuen Heimat getragen, wo schon eine polnische Genossin wartete, welche zwar sehr preiswert erstanden werden konnte, auf dem Postweg jedoch leider zu Bruch ging, zumindest deren dickes Abdeckglas.


Das ist natürlich sehr Schade und bedauerlich, dass das dicke Pressglas zu bruch ging :gsad: . Das Glas macht mitunter den Look dieser Leuchte aus und an Ersatz heran zu kommen erweißt sich als äußert schwierig. Da sind die Chance um ein vielfaches Höher an eine komplette neue Leuchte heran zu kommen :gl: .

anschließend schriebselst du noch:
Hier mal ein Bild von der WPL-ähnlichen Leuchte, nur eben mit einer Strebe weniger und kleiner

Ich würde meinen, dass ist eine typische DDR-Lösung und es ist keine Mini-Variante einer WPL .

Warum? das begründe Ich hiermit: die Leuchte auf dem Mast ist eine typische DDR-Außenleuchte. Wie man sie damals gerne für den heimischen Garten benutze. Allerdings kenne Ich sie sonst nur in schwarz. Manchmal noch mit ein paar Verziehrungen, manchmal auch mit zwei Streben wie bei der WPL oder mit Ornamentglas oder Butzenglas und das war oft noch in gelb gehalten .

Hier also ging man einfach ganz pragmatisch an die Sache ran und kombinierte einfach einen Mast mit dieser Leuchte und fertig war die Laube :g) . Mich würde es noch nicht mal wundern, wenn als Beleuchtung ganz normales Glühobst verwendet wurde.

Schöne Grüße

Konsum
Zuletzt geändert von Konsumleuchte am Mittwoch 9. Mai 2018, 17:01, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon Topfleuchte » Mittwoch 9. Mai 2018, 16:58

@Konsumleuchte Die Schere war die Notlösung, es wurde an alles gedacht außer an das durchzuscheidende Kabel. Hier war natürlich noch ein Dickes Kabel mit Aluleitungen vorhanden.
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon Konsumleuchte » Mittwoch 9. Mai 2018, 17:13

Hi Topfleuchte,

na toll :roll: ! Das ist doch das wichtigste überhaupt, wenn Ich eine Leuchte bergen will :P . Ihr hättet euch aber den Kraftaufwand vielleicht auch sparen können und das Kabel im inneren der Leuchte einfach abklemmen können. Wenn die Schräubchen in der Klemme nicht gerade fest gerostet sind. Oder zumindest da versuchen es abzuschneiden, weil es dort bei weitem nicht so dick ist wie außen mit der ganzen Isolierung drum herum . Aber irgendwie habt ihr es ja doch hinbekommen. Ich denke mal, dass werdet ihr euch jetzt für die Zukunft bestimmt gemerkt haben oder :gwink: :gsmile: ?!

Schöne Grüße

Konsum
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Re: Die Rettung der Oberlichtenauer LBLer

Beitragvon Topfleuchte » Mittwoch 9. Mai 2018, 18:08

Ja... Irgendwie war das auch sehr spontan meinerseits. Bin direkt nach der Arbeit hin und es musste schnell gehen. Ich habs einfach nicht richtig durchdacht, Natürlich wäre es viel einfacher das Kabel innen abzutrennen bzw. die Lüsterklemme zu lockern. :goops:

Da war aber auch noch das Problem mit dem Vogelnest, was man hätte vorher entfernen müssen. Den Löffel umzudrehen und das Nest zu entfernen, geht dann auch einfacher wenn er nicht mehr am Mast bzw. Ausleger ist. :g)
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