Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Auch Vorstellung eigener Laternen und deren Restauration oder Umbau.

Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Konsumleuchte » Mittwoch 26. September 2018, 11:19

Hallo und guten Tag Begeisterte der alten Technik,

nach den ganzen gezeigten Katastrophen und zerstörten Überresten der Leuchten aus der Vorwendezeit kommt hier mal wieder was schönes zum Vorschein. Eine BG0 mehr hat es geschafft und darf wohlbehalten weiter existieren :g) .

Wie schon im Thema Fortsetzung: Eine R70.f wird Grashüpfergrün, Leuchtenbergung angeschnitten und bereits begonnen, geht es nun weiter mit dieser BG0 und dessen neuen wieder hergestellten, alten Aufbau mit der bekannten Technik für eine HQL.

Nachdem Ich unzählige Stunden mit reinigen, dem herunterschmirgeln und schleifen von alter Farbe und Rost verbracht habe zeigen sich die Teile alle wieder im neunen Glanz. Das Gehäuse ist wieder schön schwarz und das Trägerlement hat wieder einen durchgängigen Überzug aus weißen Heizkörperlack, genau so wie das alte VG aus Oschatz stammend, was von dem auf NA-Licht umgebauten Topf übrig ist.

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Das Typenschlid war leider vor der lackierung schon nicht mehr lesbar. Weshalb es einfach schwarz mit überlackiert wurde. Der Kondeator ist ein gebrauchter, gekapselter mit 10 Mircofarat. Er wird aber noch durch einen mit 12 ersetzt mit einer Klemme oben drauf. Hatte jetzt aber keinen anderen auf Lager.

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Alles wieder fein, säuberlich zusammen montiert mit neuen Edelstahlschrauben. Dem Rost sei dadurch hoffentlich lebewohl gesagt :g) .Die E27 Fassung ist eine besser erhaltene aus einer ausgedienten DDR Innenleuchte. Die alte Fassung war zu sehr angeschlagen und verdreckt und wurde deshalb ersetzt.

Wem es auffällt: die scharzen Unterlegscheiben unter der Drossel sind verkehrt herum montiert. Dadurch wirkt es so als stünden die Unterlegscheiben etwas ab. Der Grund: die Leuchte hat ein verkehrtes Lochmaß für dieses VG. Denn es war für die falkenseeer Amseln vorgesehen bzw. für die neueren kleinen Welltor HQL- oder NA- Drosseln. Die passten dort auch drauf. Erst bei den neueren BGs wurde das durch dieses "Vierloch-" oder "Viellochprinzip" geändert. Denn mit Oschatz-Amseln wurde die BG0 ja auch mal original ausgeliefert :gwink: .

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Nochmal eine Gesamtansicht der meisten Einzelteile. Die alten, Y-förmigen Deckelhalter sind bereits wieder am Gehäuse montiert. Die anfällige Pappunterlegscheibe, die unter der Fassung sitzt, wurde übrigens gereinigt und mit Klarlack konserviert. Somit ist auch sie für die nächste Ewigkeit geschützt :green: .

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Dann ging es los: Lampe rein und angefeuert :DD. Erwartungsgemäß und wie in vielen alten BGs sitzt die Lampe darin etwas schief :roll: .
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Sie macht wieder ordentliches, schönes, helles Licht. Dank dem vom Dreck und alter Farbe (oder was auch immer das dort drannen war) befreitem Refelktor. Außerdem noch großen Dank an unserem Olav hier aus dem Forum. Denn er spendierte mir die schöne alte tschechische Tesla, die Ich hier verwendete. Sie macht wirklich ein schönes weißes, leicht silbriges Licht :gcool: :gcool: :gcool: .

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Das konnte Ich mir jetzt auch nicht verkneifen und kurbelte in die BG erst einmal eine schwarzknolle in klassischer Birnenform einer AGL :green: . Musste Ich einfach auch mal ausprobieren, wie sich das so macht :glol: .
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Hier stellt sich noch mal die Frage an euch: Soll der Reflektor so bleiben oder nochmal nachbehandelt werden? Das alles wieder schön gleichmäßig und neu aussieht.

Bis hier hin erst mal stop!

Schöne Grüße

Konsum
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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Yannik2001 » Mittwoch 26. September 2018, 12:27

Hey Konsumleuchte,

die sieht ja jetzt aus wie Neu :idea:

Da frreut man sich doch über das 2. Leben der BG :)
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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Glasei » Mittwoch 26. September 2018, 14:12

Yup, die Leuchte sieht doch gut aus ! :sm023: :sm023: :sm023:
Ihr da ohm ! Macht watt ihr volt !!!
Das Lichtparaden-Forum - Wir beleuchten alles ! :sm040:
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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Martens » Mittwoch 26. September 2018, 15:44

Wurde der Reflektor geschliffen?
Ich bin der Meinung, dass man alten Leuchten ihr Alter ansehen darf und nicht die ganze Patina wegoptimiert. Wobei die fast neu aussieht, da wäre ein "neuer" Reflektor passend; leider sind diese beschichtet (Eloxal), wenn man schleift, holt man die Schicht runter, was fleckig aussieht. Eventuell das Teil mal zu einem Fachbetrieb geben?
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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Emil » Mittwoch 26. September 2018, 16:11

Sieht schön aus :green:
Ich besitze Eine BG0 eine RSL1 Und eine R70 Käseglocke und einen Löffel vom 5 1966 eine R70 f von 1975 und eine Topfleuchte an Straßenlampen
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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Alex » Mittwoch 26. September 2018, 17:40

Hallo Konsumleuchte,
Sehr Schön haste das gemacht.
Ich persönlich würde den Reflektor auch neu machen, da ich persönlich eher auf Werksneu restaurierte Leuchten steh. :gwink:

die Schwarzlichtknolle, ist die HQL? Wenn ja ist da ein Typenschild vorhanden? Ich hab hier was ähnliches (leider tot) von Philips, wurde mir auf ca.1940 geschätzt...

Beste Grüsse
Ihr habt Lampen, Leuchten oder Starter die ihr nicht mehr braucht oder wollt?
Dann gebt Sie mir, ich bin besser als jede Sammeltonne. :)
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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Bitburger » Mittwoch 26. September 2018, 19:19

Super, sieht wieder top aus !
Das mit dem auf werksneu stehen kenne ich nur zu gut.
Auf dem Bild sieht der Reflektor nicht so schlimm aus, wie gut waren die denn überhaupt, als sie neu waren ?
Kannst ja vielleicht immer mal die AUgen offen halten ob noch ein besserer kommt, wenn nicht ist auch gut.

Dass die Birnen schief stehen kommt anscheinend auch bei den "teuersten" westdeutschen Strahlern vor.
Schiebe es aber auf die Fassung, aus meinem 125er Karton war glaube ich eine aus 24 gut, bzw so, dass sie am Ende nach
vorne raus schlief stand. Dann sieht man es nicht...

Hier mal eine doofe Frage zum Glas, das fehlende Glas an "BG2" fiel mir damals bei einem Besuch in Eisenach als erstes auf.
Heute abend bei einem Spaziergang durch Zagreb dann auch noch ein paar alte Leuchten gefunden, sehen
nach Vergleich-Suchen ähnlich aus aus wie Siemens ALH 60, nur am Mast und mit zentraler Birne, welche
da vertikal drin steckt. Auch hier keine Gläser, daher vermute ich, dass die noch aus Zeiten vor der "Wende" sind.

--> Warum hat man zumindest in diesen Ländern eher auf Gläser verzichtet? Polycarbonat als Mangelware?
Bzw. war Echtglas schon so früh keine Alternative mehr? Aus Sicherheitsgründen ?
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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Konsumleuchte » Mittwoch 26. September 2018, 21:03

Hallo liebe Gemeinde,

vielen Dank für eure zahlreichen Fragen, Antworten und Meinungen dazu. Das freut so etwas zu lesen, wenn sich andere auch für solch ein Projekt begeistern :g) .

@Martens:

ja, dieser wurde geschliffen und musste es auch :g!: . Da er mit irgendwas reflektions-hemmenden überlackiert wurde. Was ihn zwar wieder schön gleichmäßig grau erschienen ließ aber die eigentliche Reflektion fast aufgehoben hatte. Deshalb hat er eben diese fleckige Optik, da die exolierte Schicht dabei beschädigt wurde :gl: . Deswegen ja die Frage an euch ob so lassen und das fleckige einfach mit Klarlack konservieren oder eben mit einem metallischen Lack nachbehandeln. So das sie wieder komplett wie neu erscheint :g) .

@Alex:
Jupp! Die Schwarzknolle ist eine HQL. Das normale Glühobst mit Schwarzglas würde Ich hier nicht verwenden wollen und taugt auch überhaupt nicht. Der ultraviolette Anteil im Licht dieser Lampen ist einfach zu gering. Ein Typenschild an ihr zu finden: leider totale Fehlanzeige :gsad:. Ich fand davon noch ein paar silberne Fragmente auf der Kolbenspitze. Ich vermute auch sehr stark, dass es eine alte von Ph1ll1ps sein könnte. Wenn sie tatsächlich so alt ist, dann hat sie sich aber echt gut gehalten :greek: . Denn funktionieren tut sie noch ganz gut und ist nicht nur einfach eine lila Lampe. Würde auch gut zu dem passen woher Ich sie raus geschraubt habe. Das Teil ist mindestens ähnlich alt und das VG darin ist noch mit Stoff umwicklet und trägt kein Typenschild. Kommt demnächst mal in einem anderen Beitrag :gwink: .

@Bitburger:
du schriebst:
Auf dem Bild sieht der Reflektor nicht so schlimm aus, wie gut waren die denn überhaupt, als sie neu waren ?
Kannst ja vielleicht immer mal die AUgen offen halten ob noch ein besserer kommt, wenn nicht ist auch gut.

Die waren wirklich hervorragend gemacht, wenn man die Umstände der dauerhaften Rationalisierung berücksichtigt. Das ließ leider nur recht schnell nach, wenn die Refelktoren dann begannen zu oxidieren und stumpf zu werden. Da die meisten ja immer offen betrieben wurden :gsad: . Hier mal ein Bild meiner BG2 mit einem neuen Refelktor.
Bild
Das Licht wird wirklich gut und schön gleichmäßig breitstrahlend zu den Seiten hin verteilt.
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Allerdings hat die BG2 und nacher auch die spätere Version der BG0 einen leuchtdichte optimierten Spiegelrefelktor bekommen. Qualitativ aber gleichwertig.

weiter schriebst du noch:
Dass die Birnen schief stehen kommt anscheinend auch bei den "teuersten" westdeutschen Strahlern vor.
Schiebe es aber auf die Fassung, aus meinem 125er Karton war glaube ich eine aus 24 gut, bzw so, dass sie am Ende nach
vorne raus schlief stand. Dann sieht man es nicht...


Bei den BGs, insbesondere gerne bei den BG0en, ist oft schon der Blechwinkel schief an das Gehäuse geschweißt. Dann kommt noch die Keramikfassung dazu, die herstellungsbedingt schon immer nicht ganz grade daher kommt und dann eben noch die leicht schräg befestigte Fassung am Kolben der Lampe. So hat man also zu fast 90% immer eine schief sitzende Lampe in der Leuchte :roll: .

dann noch weiter:
--> Warum hat man zumindest in diesen Ländern eher auf Gläser verzichtet? Polycarbonat als Mangelware?
Bzw. war Echtglas schon so früh keine Alternative mehr? Aus Sicherheitsgründen ?

Zu der BG2 kann Ich schreiben: die hat es nie mit einem Abdeckglas gegeben oder ist mir zumindest überhaupt nicht bekannt. Nur vom Altpapier her. In der damaligen DDR war so gut wie alles Mangelware :gsmile: . und die Technik, die es gab war noch nicht so weit etwicklet und ausgereift. Das Polycarbonat zeugte nicht von guter qualität. Es urde schnell stumpf und blind, weshalb dann viele wieder entgalst wurden. Genauso wie die Befestigungs- und Dichtmittel! Sie wurden DDR typisch einfach gehalten und erwiesen sich als minderwertig in ihrer haltbarkeit und waren dem entsprechend schnell kaputt. Die Echtglaslösung, die sie mit der BG1 ausgeführt haben war leider auch nicht gut durchdacht. Im Punkto Dichtung und Verschlüsse gallt das gleiche wie bei der BG0 und weil man das Echtglas einfach nur Flach, in einem Rahmen vor die Lichtaustrittsöffnung setzte. Wurde dadurch die Lichtverteilung stark eingeschränkt. Wenn dann noch die Dichtungen nachgaben und Dreck und Feuchtigkeit ins innere eindrangen, war's das mit der Beleuchtung. Deshalb galt auch hier: Leuchten wurden wieder entglast und offen weiter betreiben :gsad: .

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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon Konsumleuchte » Mittwoch 26. September 2018, 21:18

So! Nun weiter zu der BG0:

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Licht aus und Spot an. Die alte Schwarzknolle am Hochlaufen.
Man sieht aber, das der Brenner schon gut genutzt ist. Das war auch gleich mal der erste Versuch mit dieser Lampe :green: .

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Macht in der Leuchte ein richtig schönes Muschebubu-Licht :DD

Bild
Und auch die Reflektion über den aufpolierten Reflektor funktioniert sehr gut mit Schwarzlicht. Hatte mir eine Neonfarbene Wasserpistole geschnappt und bin damit durch den Garten, vor der Leuchte umher getiegert. Im Refelktionsbereich der Spiegel leuchtete diese besonders stark auf :gcool: .

So! Das war es erst mal von der kleinen BG0. Jetzt muss Ich mir erst mal gedanken machen, wo sie hin kommt.

Schöne Grüße

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Re: Rekonstruktion einer ehemaligen NA-BG0 von 1975

Beitragvon RSL Chris » Mittwoch 26. September 2018, 22:42

Nabend Konsum,
die BG 0 ist Dir echt gut gelungen :sm023:
Das mit den Flachglas war mit meiner BG 1 genau so, die Dichtung war so gut wie kaputt somit ist mit der Zeit so viel Dreck ins Innere gekommen so dass, die Scheibe komplett blind war. Zum Glück lies sich der Dreck relativ gut reinigen.

Die neueren BG0en gabs auch mit einen Flachglas.
Ich habe bei meiner den Reflektor mit Chrom-Spray lackiert.
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Viele Grüße

Chris
Meine Leuchten: 3*LBL BG0, 1*LBL Hängeleuchte mit NF 400 Watt, 1*Alu Löffel für 2*HQL 80 Watt BJ DEZ 1963, 1*Alu Löffel NF 250Watt, 1*RSL 1 mit 2* NA 70, 1*RSL 1 mit 2*NF 80 oder 125 Watt und 3* Alu Topfleuchte ,mit 1*NF125 Watt, 2*Minilöffel, 2. BG1
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