LBL-Schiff Typ: 5211-1996-16 für einen Euronen

Auch Vorstellung eigener Laternen und deren Restauration oder Umbau.

LBL-Schiff Typ: 5211-1996-16 für einen Euronen

Beitragvon Konsumleuchte » Dienstag 6. November 2018, 01:21

Hallo Lichtgemeinde,

mich hat der buchtstäbliche Größenwahn gepackt, dass Ich mir diese Leuchte zugelegt habe :sm040: .Man glaubt es heute fast gar nicht mehr. Aber ab und an gibt es doch noch solch ungewöhnliche Zufälle. Wie diese große LBL-Leuchte, die Ich für einen sybolischen Euro in der Bucht geschossen habe :g) . Sie ist eine von zwei Leuchten die von einem ehemaligen NVA Gelände aus Ludwigsfelde stammen. Die andere Leuchte wanderte allerdings schon in den Schrott :gcry: .

Vom Zustand her würde Ich sagen, ist sie noch ein guter restaurationswürdiger Kandidat. Die Beschriftung hat leider gelitten und ist fast nicht mehr zu erkennen. Nur noch NF Lampe ist zu identifizieren.
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Auf der Oberseite haben sich im Laufe der Zeit ordentlich Flechten breit gemacht und überziehen die Oberfläche wie eine Art Partina. Wenn man die Leuchte so da liegen sieht, hat sie was von einem gestrandeten Wal ohne Flosse.
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Oben Flechtenpartina (im Bild liks) und unten (im Bild rechts) sich langsam auflösendes, in Fasern zerlegendes Fieberglasgehäuse. Die Frage an die Erfahrenden unter euch: bekommt man das wieder schön glatt und kann oder muss man das schleifen um das wieder hin zu bekommen?
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Gegenüberstellung! Eine neuwertige BG0 im Vergleich zu diesem wirklichen Schiff. Um mal ein Gefühl für die Größe zu bekommen :g) .
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Schon allein der Refelktor erinnert an eine Kinderbadewanne. Die Sechskanntmutter, die den Refelktor im Gehäuse hält, habe Ich bereits ersetzt und mit einer extragroßen Unterlegscheibe versehen. Die alte Mutter war nicht mehr vorhanden und das entstandene Loch darunter hätte die Mutter, zum fixieren, nicht mehr abgedeckt.
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Ein Blick in den geräumigen Bauch. Hier wäre noch genug Platz für ein wenig ergänzene Technik wie bspw. einem Zündgerät oder größeren Drosseln :gcool: .
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Die Technik! Neben den Drosseln von 1978, die komischer Weise mit einem runden Prüfstempel mit einer 11 ansatt einem Dreickeck gekennzeichnet sind, befinden sich hier noch zwei alte MP Kondensatoren in der Leuchte. Die werden erst mal auf einen Prüfplatz geschickt, bevor die noch länger ungeprüft in der Leuchte herum oxidieren. Ich habe nämlich keine Lust, dass sie mir die ganze Leuchte voll kleckern, wenn sie nicht ganz dicht sind und vor sich hin blubbern :twisted: .
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Die braunen Vorschaltgeräte: schön zu sehen ist, dass sie sowohl für NF als auch für NC Lampen für 250W geeignet sind 8-) .
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Der Vorbesitzer hatte sich die Arbeit gesparrt, den Haltebügel abzuschrauben und hat statt dessen einfach den Bügel krum gebogen, um so das Innere aus der Leuchte zu ziehen. Dann wusste Ich auch warum, denn sie waren völig fest gewachsen und ließen sich nur unter größter Gewalt entfernen. Hab's aber letztendlich geschafft :g) . Ansonsten das übliche: viel Rost, viel Oxidation und ein wenig Gammel hier und da. Alterstypisch eben, für den Gebrauch im freien.
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Das Gelände befindet sich dabei, wie viele Relikte aus dieser Zeit, völlig umgekremplelt zu werden und alles alte aus der NVA Zeit wird gerade unter die Erde gepflügt. Einzig und allein die ehemaligen Fahrzeughallen, mit ihren typisch geschwungenen Spannbetondecken werden gepflegt, vermietet und weiterhin genutzt wie bspw. von der DRLG.

Schöne Grüße

Konsum
Zuletzt geändert von Konsumleuchte am Dienstag 6. November 2018, 10:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: LBL-Schiff Typ 5211-1996-16

Beitragvon Olav » Dienstag 6. November 2018, 06:29

Hallo Nico,

meinen Glückwunsch zum günstigen Fang. Sowas muß auch mal drin sein mit soviel Glück beim Kauf einer alten Leuchte.
Jetzt hast du den größten und den kleinsten Löffel, was die Gehäusegrößen betrifft.

Das Schleifen der GFK-Gehäuse hat seinen eigenen „Reiz“: das juckt ja schon beim normalen Anfassen des Gehäuses an der Haut.
Am besten an der frischen Luft, sonst hast du den Kram dauerhaft in deiner Werkstatt. Das möchtest du sicher nicht.
Sogar mit den Vorschaltgeräten für NC-Lampen und NF-Lampen wahlweise bestückt. Viel Erfolg bei der Aufarbeitung der Leuchte.

Freundliche Grüße

Olav
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Re: LBL-Schiff Typ: 5211-1996-16 für einen Euronen

Beitragvon Konsumleuchte » Dienstag 6. November 2018, 10:31

Hallo und guten Morgen Olav,

erst mal vielen Dank für deine Glückwünsche :g) . An so etwas sind glücklicher Weise nur sehr wenige Leute interessiert, weil sie schlicht weg zu groß sind um sie sich an die heimische Decke zu bammeln. Aber du hast natürlich recht, denn normaler Weise werden diese Leuchten erst gar nicht zum bieten angeboten oder wenn doch, dann nicht bei einem so niedrigen Startgebot :g) .

Joa! Die Löffelfamilie ist, was die Gehäusegrößen betrifft, jetzt komplett. Das denke Ich auch :sm040: ! Mir fällt da nichts mehr ein was gehäusetechnisch noch dazischen fehlt. Nur in den unterschiedlichsten Bestückungen unterscheiden sie sich noch. Aber darauf will Ich nicht mehr hinaus. Die Vielfalt ist einfach viel zu groß, als dass man davon alle haben könnte :glol: .

Also draußen, mit einer Schutzbrille und Staubmaske ausgestattet, würde Ich das sowieso machen. Den feinen, fiesen und pieckenden Straub bekommt man nie wieder richtig aus der Bude. Da juckt es mich schon, wenn Ich nur daran denke :shock: . Ich händel die große Leuchte nur mit Handschuhen bewaffnet. Mit bloßen Händen vage Ich es nicht, das Teil anzufassen. Die feinen Splitter davon entzünden sich hervorragend, wenn sie erst mal in der Haut stecken und man sieht sie auch noch verdammt schlecht :gsad: .

du schriebseslt noch:
Sogar mit den Vorschaltgeräten für NC-Lampen und NF-Lampen wahlweise bestückt. Viel Erfolg bei der Aufarbeitung der Leuchte.

Das die VGs wahlweise mit NF oder NC betrieben werden können finde Ich auch toll! Jetzt habe Ich sogar einen Grund mir ein paar NC-Lampen zu zulegen :sm040: . Und dann noch ein paar Zündgeräte und kapazitiv größere Kondensatoren verbaut und der Spaß kann losgehen :g) .

Mir ist aber in der Realität nicht bekannt wo mal diese Leuchten tatsächlich mit NC-Lampen betrieben wurden :sm_idea: . Hat bestimmt auch seinen Reiz, sie damit mal Leuchten zu sehen :gcool: :gcool: :gcool: . Lichtechnisch sollten diese ja um einiges effektiver sein als die HQL. Nur die Lichtfarbe ist von denen nicht so spannend :roll: .

Vielen Dank :sm023: ! Damit werde Ich wohl meinen Spaß haben.

Schöne Grüße

Nico
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Re: LBL-Schiff Typ: 5211-1996-16 für einen Euronen

Beitragvon Konsumleuchte » Dienstag 6. November 2018, 11:17

Guten Tag Licht und Leuchtenfans,

Ich mache noch einen Nachtrag in Form von Bildmaterial und Text, vom Ort der geborgenen GFK-Leuchte des LBL :g) .

So sah es aus, als Ich dort Samstag Früh nach der Nachtschicht vor den verschlossenen Toren auftauchte und dort auf den Verkäufer wartete. Das Wetter untermalte die trübe Stimmung, die auf diesem Gelände herschte. Wie man schon unschwer im linken Bildabschnitt erkennen kann, zeugen Bauschutt und Abrissmanterial von dem, was hier noch den bestehenden Gebäuden und Laternen auf der linken Seite blüht :gsad: .
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Alles was sich rechts der alten Plattenstraßen befindet ist aber noch intakt und wird nach wie vor auch genutzt. Teilweise wirken die Gebäude saniert und/oder gepflegt. Was man auch ganz hinten rechts ein wenig erkennen kann. Das Gebäude links befindet sich aber im Abrissgebiet. Ganz, ganz hinten sind noch ein paar alten BG0en in Betrieb. Eine davon kann man sogar aus der Ferne, auf dem Bild noch erkennen :g) .
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An diesen ehemaligen und teilweise sanierten Wärterhäuschen sieht man auch was dem Gelände bevor steht :sm078: . Man kann sich hier bereits schon anmelden und seine gewünschte Parzelle zuweisen lassen und gegebenfalls wahrscheinlich auch kaufen.
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PS: zu den obrigen Bild noch ein kleiner Nachtrag. Was auf den Fotos leider fehlt und ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr ablichten konnte, sind die ehemaligen Fahrzeughallen. In der sich auch der geborgene GFK-Löffel befand. Sie befinden sich hier unmittelbar rechts hinter dem ehemaligen Wärterhäuschen.

Schöne Grüße

Konsum
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Re: LBL-Schiff Typ: 5211-1996-16 für einen Euronen

Beitragvon Topfleuchte » Dienstag 6. November 2018, 21:03

Hallo Nico,

Glückwunsch zu der wohl größten Straßenleuchte der DDR! (ausgenommen die Großflächenleuchten)

Ich habe aber noch deutlich schlimmere Kollegen der Leuchte gesehen. Da war nichts mehr weiß oder hellgrau, so wie es sein sollte, sondern alles grün und bewachsen.

Viel Spaß beim Aufarbeiten... und lass dich nicht so vom GFK ärgern. :green:

Schöne Grüße

Cedric
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Re: LBL-Schiff Typ: 5211-1996-16 für einen Euronen

Beitragvon Konsumleuchte » Mittwoch 7. November 2018, 00:50

Hi Cedric,

vielen Dank für die Blumen :sm023: !
Solch desolate Exeplare gibt es hier noch so einige und diese sogar noch im öffentlichen Straßenraum :shock: . Hatte ja neulich mal Bilder davon hier rein gestellt. Und noch ein oder zwei von ihnen befinen sich in meiner Nähe, auf einer Baustelle. Dessen Zustand ist ähnlich schlimm. Das Fieberglasgehäuse fleddert im Wind nur so umher und die grüne Flechtenpartina an ihnen, gehört zum guten Ton :roll: .

Ich werde mich gegen das GFK so gut bewaffen und schützen, wie es nur möglich ist. Da lasse Ich mich nicht mit klein kriegen :twisted: .

Schöne Grüße

Nico
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Beitragvon Glasei » Donnerstag 8. November 2018, 00:20

Drück dir alle Viere, das du einen passenden Bindelack rankriegst.
Wäre ja sonst schade drum...
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Re: LBL-Schiff Typ: 5211-1996-16 für einen Euronen

Beitragvon Konsumleuchte » Donnerstag 8. November 2018, 11:10

Mion Glasei,

ach, dass sollte sich eigentlich wieder hin biegen lassen. Unser LRF 80 hier aus dem Forum hat mit dem Material schon seine Erfahrungen gemacht. Und mir war so als ob er schrieb, dass man die passende Grundierung für so etwas aus dem lokalen Baumarkt bekommt. Der Laden davon, mit den roten Häuschen auf weißem Grund vertreibt Bootsartikel, die ja unter anderem auch gerne aus Fieberglas bestehen. Da müsste Ich nach so etwas fündig werden :gsmile: .

Viel mehr einen Kopf muss Ich mir um die Verarbeitung machen. Ich hab mit den Zeug noch keine Erfahrungen gemacht und muss da erst mal vorsichtig an die Sache heran gehen, um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen. Ich will das jetzt nicht unbedingt versauen und Löcher in das Gehäuse schleifen oder so :shock: :g? .

Schöne Grüße

Konsum
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Beitragvon Glasei » Donnerstag 8. November 2018, 15:23

Wenn das Gehäuse seinen Schliff von Hand bekommt, ist der Rest Gefühlssache. :g)
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