Dicke Dinger: Überreste dreier ELBA PVB-7A Leuchten

Auch Vorstellung eigener Laternen und deren Restauration oder Umbau.

Dicke Dinger: Überreste dreier ELBA PVB-7A Leuchten

Beitragvon Konsumleuchte » Donnerstag 22. November 2018, 19:57

Hallo Fans des lichttechnischen Kulturguts,

Ich habe mir mal wieder etwas an Land gezogen, wobei Ich die Ausmaße und Tragweite des ganzen noch nicht abschätzen kann, was dort an Arbeit auf mich zukommen wird :roll: . Die rede ist von diesen drei Grazien hier, den PVB-7A von der rumänischen Firma ELBA

Anhand dieser drei rumänischen Leuchten kann man sehen, wie es sich auswirkt wenn man sie draußen, mit der Wanne nach oben gerichtet und im freien liegend, derart schlecht lagert :gevil: . Diese Leuchtentype kommt bei uns nur noch sehr selten vor und wenn überhaupt dann zu meist nur noch auf privatem Boden oder an irgend welchen verwaisten Bahn- oder Industrieruinen. Deshalb bin Ich über diesen unhaltbaren Zusand etwas verärgert, denn es hätte vermieden werden können und die Leuchten sahen bei ihrer Demontage keineswegs so schlecht wie jetzt aus.
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Die defekten Kunststoffwannen zu ersetzten wird wohl das schwierigste sein. Alle sind beschädigt oder tragen Verformungen an sich.
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Die Leuchten müssen schon über einen längeren Zeitraum so gelagert worden sein. Ich gehe mindestens von einem Jahr oder mehr aus. Die Verformungen sind nicht von den zu heißen Lampen entstanden sondern von den Spiegeln des Reflektors, die das Sonnenlicht permanent dagegen reflektiert haben.
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Der Bruch an den Wannen könnte durch Frost oder ebenfalls durch die Sonne entstanden sein, die das Material porös werden haben lassen.

Mein Plan ist es erst mal, dass Ich aus den Überresten der drei kaputten Wannen eine halbwegs intakte zusammen zimmere. Das gewinnt zwar mit Sicherheit keinen Schönheitspreis. Aber die Optik und der Schutz sind wieder komplett.
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Auf diesen Bild ist gut zu erkennen, wo mal die Wasserkannte stand, als die Leuchte vollgelaufen herum lag. Außerdem ist der Reflektorboden hochgewölbt, was wohl dem Frost geschuldet ist, als das bildende Eis den Reflektor, auf Grund seiner Ausdehnung, nach oben gedrückt hat. Ganz links im Bild ist auf dem Filzband noch etwas Moos zu erkennen, was sich auf dem feucht gewordenen Filz heimisch fühlte uns sich langsam darauf ausbreitete.
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Eine der anderen Leuchten. Es bietet sich ein ähnliches Bild durch den Wasserschaden. Links am Reflektor kleben noch so etwas wie Algen daran, die sich mal auf dem stehenden Wasser gebildet haben. Normalerweise findet man hier drinnen nicht so viel Rost, der sich jetzt auf dem Reflektor breit gemacht hat, da dieser ja aus Aluminium besteht. Das ist alles gelöstes Material von den Schrauben und Teilen der Fasssungen bzw. den Resten der Lampen, was sich über Monate oder schon gar Jahre gebildet haben muss. Sehr Bemerkenswert finde ich an dieser Leuchtentype der wirklich großzügig angelegte und sehr breite Filzstreifen. Zur Abdichtung zwischen der Wanne und dem Lampenraum. Das sollte definitiv halten und lange den Lampenraum trocken und dicht machen :gcool: .
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Einer der besser erhaltenen Deckel zum Betriebsraum der Lampe. Neben der Einprägung der Herstellerfirma und dem Ort der Herkunft gibt es noch diesen typischen "ASMW" Aufdruck. Der aber im Gegensatz zu den polnischen Exponaten nicht einfach nur schwarz aufgedruckt ist, sondern auf ein Extraschildchen an diese Leuchten genietet wurde.
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Der Verschluß des Geräteraumes. Das Prinzip ist einfach gemacht und die Mechanik funktioniert auch gut. ABER: dieser steht unter permanenter Federspannung und der kleine Pinörek wird von dieser Zugfeder auf Position gehalten. Wenn sie durch Rost oder Altersschwäche ihren Dienst quitiert hält den Verschluss ganz schnell nichts mehr auf Position. Was dazu führt, dass der Deckel durch ein bisschen Bewegung, durch Wind sich ungewollt öffnet. Das ist der Fall bei der mittleren Leuchte, mit dem rostigen Deckel. Der Deckel ist noch gut intakt, die Feder am Verschluss fehlt hier bereits schon.
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Das Innere des Geräteraumes! Es ist nicht zu übersehen, dass auch hier drinnen das Wasser stand :gsad: . Man kann nur hoffen, dass das die Drosseln und Kondensatoren überstanden haben. Wobei letzteres nicht so schlimm wäre, da diese noch leicht zu ersetzten sind. Auffällig finde Ich, dass die verbauten Kondensatoren ziemlich klein ausfallen. Für eine Leuchte, die aus den 70'ern stammt. Das Pendat zu diesen Modellen, von RFT , ist ungleich größer und mindestens doppelt so lang.
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Andere Leuchte, ähnliches Bild. Was man hier leider, auf Grund der schlechten Lichtverhältnisse, nicht sehen kann, ist die Kante des einst stehenden Wassers in diesem Geräteraum. Das liegt im Schatten der Gehäusewand. Aber anhand des verdreckten Kondensators kann man noch erkennen, dass dieser schon völlig unter Wasser lag. Auch noch zu sehen ist ein Schukostecker, links im Bild. Dieser ist über ein Kabel mit der Anschlussklemme verbunden. Anscheinend wurden sie zu letzt noch mobil genutzt bzw. hat man sich diese Option gelassen, die dafür einzusetzen oder um sie auf ihre Funktion prüfen zu können.
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Etwas aus der Ferne mit einem noch besser erhaltenen Geräteraum. Gut zu sehen ist hier das angeschlossene Kabel und den gekapselten VGs, mit Fragmenten der Typenschilder darauf.
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Alle drei zusammen nochmal offen!
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Außenseite! Die Verschlüsse zum fixieren der Wanne am Gehäuse sind, bis auf ein wenig Flugrost, an allen drei Leuchten noch sehr gut intakt. Was für mich ein Beweis ist, dass diese Leuchten, als sie noch an ihren Auslegern montiert hingen, bis dahin noch im guten Zustand waren. Auch der Grad der Verwitterung am Gehäuse, hält sich wirklich in Grenzen. Anders als bspw. ihre polnischen Kollegen sind sie mit einer schönen Hammerschlagfarbe lackiert worden. Das Gehäuse ist nicht untrennbar verschweißt, sondern lässt sich zerlegen, da es verschraubt ist und mit einer Dichtung versehen wurde. Macht auch irgendwo Sinn, bei dieser großen und wirklich schweren Leuchte.
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Ich betrachte diese Leuchte als sehr wertig und gelungen. Ihre Beständigkeit und Langlebigkeit an ihr gefällt mir daher entsprechend gut. Auch ihre Aufmachung ist als gelungen anzusehen und als ein Modell, dass ursprünglich aus den 70'er stammt, kann sie sich noch heute mit so manchen, bestehenden Modellen messen, die z. T. noch auf unseren Straßen eingesetzt werden :DD .

Schöne Grüße

Konsum
Zuletzt geändert von Konsumleuchte am Freitag 23. November 2018, 00:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Glasei » Donnerstag 22. November 2018, 22:56

Vor welchem Hochofen sind die denn bewahrt worden ??? :greek:
Das wird ein Ar**h voll Arbeit. Haste wenigstens Ersatz für die Wannen ?
Ihr da ohm ! Macht watt ihr volt !!!
Das Lichtparaden-Forum - Wir beleuchten alles ! :sm040:
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Re: Dicke Dinger: Überreste dreier ELBA PVB-7A Leuchten

Beitragvon Konsumleuchte » Freitag 23. November 2018, 00:58

Hi Glasei,

die Teile stammen vom THW, aus Eberswalde. Sie hingen dort wohl mal an ihrer Fahrzeughalle. Aber so wie die Leuchten gelagert haben, hätten sie diese auch gleich in den Schrott kippen können :gmad:.

Ursprünglich gab es von ihnen mal sechs Stück. Aber die besser erhaltenen Stücke hatte sich ein Typ aus Staßfurt gesichert. Bei dem hängt jetzt so ein komplett restauriertes Exemplar, von einer der drei Leuchten, in seiner Bude. Es gibt dazu sogar ein 4outu5e-Video davon :arrow: DDR- Straßenleuchten aus den 1960er bis 1980er Jahren (Teil 3).
Gleich die erste Leuchte, die der Jenige da Im Video präsentiert ist diese.

Ein junges Mitglied dieser Truppe, der auch ein Fabel für Lampen hat (aber nur für mobile Gasleuchten a la Petronax), hatte glücklicher Weise die völlig verwaisten Leuchten entdeckt und sie ins Netz gestellt. Der Typ aus Staßfurt war leider nur schneller bzw. zahlungskräftiger als Ich :roll: .

Ohhh ja! Das wird mich Mühe, Leid und Schweiß kosten. Nein! Hab natürlich keine passende Wanne zur Hand und muss mir aus den Überresten wohl was schnitzen :gcry: :gcry: . Und das wird sich vielleicht auch nicht ändern. So selten wie man mal eine zu Gesicht bekommt :gsad: .

Schöne grüße

Kosnum
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Re: Dicke Dinger: Überreste dreier ELBA PVB-7A Leuchten

Beitragvon Topfleuchte » Freitag 23. November 2018, 09:55

Hallo Konsum,

diese Art von Leuchte ist leider sehr anfällig, wie es aussieht sind bei dir auch alle 3 Abdeckwannen beschädigt oder?

Da wird es sehr schwer sein Ersatz zu beschaffen.
Trotzdem würde ich dir gutes Gelingen!

Schöne Grüße

Cedric
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Re: Dicke Dinger: Überreste dreier ELBA PVB-7A Leuchten

Beitragvon Konsumleuchte » Freitag 23. November 2018, 14:40

Hallo Cedric,

Eigentlich sind sie, bis auf den Verschluß und dem Deckel zum Geräteraum, nicht großartig anfällig, da alles sehr dick und massiv ist. Diese Leuchten sehen hier nur so Sch..ße aus, weil sie einfach nur im freien liegen gelassen wurden :gmad: .

Es sind leider wirklich alle Abdeckungen beschädigt :gcry: und Ich werde daraus versuchen, aus drei kaputten Wannen, wieder eine halbwegs funktionstüchtige zu basteln :gsad: . Mal gucken ob mir dieser Clou gelingt. Eine Aussicht auf ein Ersatz wird wohl nahezu aussichtslos sein. Im Gegensatz zu den OURWs, die man ja noch beinahe täglich irgendwo finden kann, kommen diese Leuchten in den Buchten gar nicht mehr vor. Geschweige gibt es Orte, von wo man sich solch eine Abdeckwanne abschrauben könnte.

Vielen Dank für die Glückwünsche :sm023: !

Schöne Grüße

Konsum
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Beitragvon Konsumleuchte » Dienstag 4. Dezember 2018, 22:16

Hallo Leuchtenfans,

es gibt mal kurz einen kurzen Zwischenbericht zu den drei rumänischen PVB-7A Leuchten.

Mitlerweile sind sie alle drei bis auf ihre Bestandteile zerlegt. Nur die E40 Fassungen machen mir große Sorgen :gsad: . Nicht eine einzige hat sich komplett zerlegen lassen, weil der Rost sie mit ihren Schrauben und Muttern fest zusammenhält und Rostlöser nicht wirklich was an ihnen löst. Nur die Schraubenköpfe haben sich mittlerweile in Wohlbefinden aufgelöst. Ein normales zerlegen erscheint zwecklos zu sein :gsad: . Ich hoffe Ich kann noch mindestens 2 von ihnen retten.

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Bei bei Demontage bin Ich aber auf ein interessantes Detail gestoßen :g) .
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Nämlich, dass die Kondensatoren ein "made in Germany" tragen :gcool: . Ganz unten auf den aufgedruckten Typenschild lassen sich ein paar Ziffern identifizieren. Drauf steht dort "2/77"! Es könnte sich hierbei um ein Herstellerdatum oder Prüfdatum handeln. Bspw. vom zweiten Quartal '77. Weiß jemand etwas zu den Kondis? Ob sie mit schädlichen Isolationsflüssigkeiten gefüllt sein könnten?

Schöne Grüße

Konsum
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