Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Unspezifizierte Themen, die mit aller Art von elektrischer Lichterzeugung zu tun haben.

Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Beitragvon Queckie » Donnerstag 29. Oktober 2015, 22:06

Hallo Leute,
bin vor einigen Tagen auf dieses Dokument gestoßen: http://www.ece.unm.edu/summa/notes/SDAN/0031.pdf . Hintergrundinfos gibts hier : Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Starfish_Prime und hier https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... rfish5.JPG und hier https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... jpg#/media File:Starfish_Prime_aurora_from_Honolulu_1.jpg .

Aber zu den eigentlichen Fragen. in dem verlinkten *.pdf Dokument sind Schaltpläne (oder besser "Schaltskizzen" ) eingefügt, aus denen hervorgeht, das die zur Straßenbeleuchtung eingesetzten Glühlampen in ganzen Straßenzügen alle in Reihe geschaltet waren. Bei 6,6A hatte jedes Glühobst etwa 22 bis 25V zur Verfügung und lieferte einen Lichtstrom von ca. 2500 lm. Hat jemand von euch schonmal so eine Glühlampe gesehen oder Bilder davon? Also Informationen über Kolbenform, Größe, Sockel usw. ?

Und was auch interessant ist (sofern ich Figure 3. im pdf Dokument richtig deute): selbst die Quecksilberdampflampen haben die Hawaiianer in Reihe geschaltet: also mal eben 32 Stück in Reihe an so einer Art Streufeldtrafo mit 30 kVA bei 4000 V und 6,6A Sekundärspannung.
Gab es derartige Schaltungen auch bei uns in Europa?

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Re: Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Beitragvon stefan » Freitag 30. Oktober 2015, 06:56

Ich kenne 6,6A-Technik von Rollfeld- und Landebahnbeleuchtungen. Die wurden blockweise in Reihe geschaltet, so dass sie etwas unterlastig an 230V oder 400V arbeiteten.

Für Entladungslampen ist mir diese Technik völlig fremd! :g? Es gibt sicher nichts Vergleichbares in Europa.
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Re: Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Beitragvon djtechno » Freitag 30. Oktober 2015, 23:29

Ist ja whnsinn. warum haben die das gemacht? um leitungen zu sparen, oder um Vorschaltgeräte zu sparen?
Aber daß heißt ja, wenn eine birne oder röhre hops geht, ist die ganze Straße dunkel :gshock: :greek:

Aber diesen Atombombenversuch kannte ich auch noch net. Hat man den Defekt der Straßenbeleuchtung bewußt in Kauf genbommen zugunsten der Millitärforschung oder hatte man damals net ged8,daß der EMP so weit wirkt?
Und wer hat nachher den Schaden bezahlt? Wahrscheinlich die Hawaianer, nicht das US-Millitär :sm021:
Gott sprach, es werde Licht, doch Petrus fand den Schalter nicht. Und als er dann den Schalter fand, da war die Sicherung durchgebrannt.
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Re: Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Beitragvon Queckie » Samstag 31. Oktober 2015, 01:04

Hallo Stefan,
die von Dir ins Spiel gebrachte Flugplatzbefeuerung kannte ich zwar schon aus älteren Osramkatalogen, aber das diese Lampen ebenfalls für 6,6A ausgelegt sind, war mit total entfallen. Man wird halt alt :gshock: .
Hast aber recht, das die 6,6A aus dieser Ecke kommen könnten. Eine für 230V ausgelegte 150W AGL schafft ca. 2200 lm, die im pdf Dokument erwähnte 150 W Niedervoltlampe etwa 2500 lm. Damit handelt es sich vermutlich um eine herkömmliche Glühlampe. Seit wann gibt es Halogenglühlampen? Meines Wissens nach so ab den 1970er Jahren. Damit hätten die damals verwendeten Leuchtmittel auch nur eine relativ kleine (1000h ? ) mittlere Lebensdauer gehabt. ( In der elektronischen Bucht gibts 100W / 6,6A Glühlämpchen übrigens gleich im 50ger Karton für weniger als 150,- € . Diese Leuchtmittel sind also offenbar gar nichtmal so selten. Auch irgendwie ein Hinweis, das die durchaus öfter für Allgemeinbeleuchtung eingesetzt worden sein könnten.)

@ djtechno: keine Ahnung, warum die das so gemacht haben. Vielleicht hatten die aus Kriegszeiten noch zuviele Leuchtmittel für Landebahnbefeuerungen übrig? Andererseits, falls die Strassenlampen links und rechts der Strassen standen, sparten sie vielleicht wirklich eine größere Menge Leiterseile ein, da sie dann pro Strassenseite nur ein Leiterseil brauchten.
Wenn eine Lampe durchbrannte war trotzdem nicht die ganze Strasse dunkel. Schau Dir mal Seite 6 vom pdf Dokument an. Die hatten parallel zu jeder Lampe noch eine Art Überspannungsableiter. Brannte eine Lampe durch, lag die volle Trafospannung von mehreren hundert Volt an diesem Ableiter. Dadurch zündete ein Lichtbogen welcher das verwendete Blei schmolz und diese "Kurzschlußbrücke" schloß dann den Stromkreis wieder. Ähnliches gibts auch heute noch bei Weihnachtsbeleuchtungen. Bei diesen Lämpchen ist innerhalb des Glaskolbens noch ein oxydisolierter Draht um die Stromzuführungen des Glühfadens gewickelt. Brennt der Glühfaden durch, liegt die volle Netzspannung an der Kurzschlußbrücke an und durchbricht die Oxydschicht. Damit leuchtet der Rest der Lichterkette weiter.

Und zu den Kernwaffenversuchen der USA: der W-49 Sprengkopf war eine Wasserstoffbombe. Die Amis haben sich schon öfter verschätzt, was die Sprengkraft ihrer Bomben angeht.
Castle Bravo ( https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Castle ) war 2,5 mal so stark wie vorgesehen, weil auch das Lithium im Lithiumdeuterid mit den schnellen Neutronen reagierte und damit zusätzliche Fusions/Fissionsreaktionen ermöglichte :DD .

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Re: Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Beitragvon stefan » Samstag 31. Oktober 2015, 12:36

Ist ja auch nicht auszuschließen, das dort die Monteure für Landebahnbefeuerung ebenso für die örtliche Beleuchtung zuständig waren. :g)

Das mit den Kurzschlußbrücken macht Sinn, denn die wurden auch bei der Landebahnbefeuerung zum Einsatz gebracht. Die Anlagen waren auch so konzipiert, das bei Ausfall von 2 Lampen, die Übrigen noch innerhalb ihrer Nennwerte arbeiteten.

Halogenlampen mit Quarzglaskolben gibt es seit Ende der 1960er, Glashalogenlampen seit Ende der 1950er Jahre.

Die 6,6A-Technik wurde übrigens international verwendet. Ich habe hier mal meine Lampen im Bild:

Bild
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Re: Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Beitragvon Queckie » Montag 2. November 2015, 23:24

Hallo Stefan,
ups, dann gabs die Halogenlampen doch schon deutlich früher :DD . Anfang/Mitte der 1970er Jahre hatte eine Firma (war es Osram?) eine große Werbekampagne für Halogenglühlampen - die war mir noch irgendwie in Erinnerung.
Die Lampen auf Deinem Bild sind alles Halogenlampen? Hast Du zufällig Informationen wieviel lm die jeweils schaffen :g? ?
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Re: Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Beitragvon stefan » Dienstag 3. November 2015, 12:07

Ja, die Glashalogenlampen und Quarzhalogen der 60er waren nur professionellen Beleuchtungszwecken veorbehalten. So richtig in Schwung für den Endverbraucher kam die Werbung und der Verkauf auch erst in den 1970ern. Osram war hier Vorreiter.

Meinst du die Lumenangaben zu den 6,6A-Halogenlampen?
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Re: Starfish Prime und die Straßenlampen von Hawaii

Beitragvon Queckie » Donnerstag 5. November 2015, 22:23

Hallo Stefan,

ja genau, die 6,6A Halogenlampen aus deinem Beitrag vom 31. Oktober 2015 .

Viele Grüße
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