Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Unspezifizierte Themen, die mit aller Art von elektrischer Lichterzeugung zu tun haben.

Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Topfleuchte » Dienstag 15. August 2017, 18:25

Hallo zusammen,

ich habe mal ein neues Thema erstellt. Hier geht es um dir Frage ob die DDR wirklich so viel an der Straßenbeleuchtung einsparte. Wenn man Städte mit alten DDR Beleuchtungsanlagen sieht, dann finde ich zumindest die Straßenebeleuchtung komplett ausreichend. Je weiter man sich von Stadtkern entfernt, desto größer werden die Abstände zwischen den Leuchten und auch die Modelle ändern sich, was ja heute auch noch so ist. in der Innenstadt gibts teils Doppellampige Leuchten, in den Randbezirken werden es dann normale Leuchten, die auch in größeren Abständen stehen.
Völlig gerechtfertigt finde ich. Bei weniger frequentierung braucht man auch weniger Beleuchtung.

In den Randbereichen wurden ja öfters Töpfe und R70.f verbaut. Auf unserer Straße hat das gut ausgereicht. Ich noch keine richtig schlechte Anlage gesehen, deswegen dieses Thema.

Im Internet und sonstigen Quellen wird auch öfters behauptet, das die Straßenbeleuchtung in der DDR schlecht bzw. unzureichend war. Mich würde interessieren was ihr darüber denkt, besonders die Leute die in der DDR gelebt haben.


Grüße

Cedric/Topfleuchte
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Re: Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Konsumleuchte » Dienstag 15. August 2017, 23:13

Guten Abend Topfleuchte,

das ist eine gute Frage, die Ich aber nur zum Teil und nur aus meiner Erfahrung schildern kann. Da Ich selber zu dieser Zeit ja noch recht klein war :g) . Was mir aber in erster Linie auffiel war, dass die Ausleuchtung der Straßen, wenn es sich nicht gerade um stark frequentierte Hauptstraßen handelte, wie z. B. in Berlin, eher doch recht dunkel war. Den Vergleich dazu kann Ich machen, da meine Elternn mit uns Kindern noch kurz vor der Wende gen Westen geflohen sind und wir dort 7 Jahre gelebt haben. Bis sie sich entschlossen haben wieder in unsere Heimat zurück zu kehren.

Der Beleuchtungsstandart für die Straßenbeleuchtung war halt doch ein anderer und die Lichtausbeute der einzelnen Leuchten eben besser und moderner als es damals hier der Fall war. Du siehst es bei dir ja heute noch selbst vor der Tür mit deiner bunt gemischten Leuchtenansammlung an Töpfen und BGs.
Z. B. bei mir um die Ecke gibt es auch noch ein paar Straßen, die gerade zum Ende der DDR aus einem Flickwerk an Leuchten bestanden. Zwar alles BGs aber in unterschiedlichsten Wattagen, Größen und Ausführungen. Dann gab es zu den damaligen Zeiten noch viele unbefestigte Sandstraßen. Die hatten zum Teil überhaupt keine Beleuchtung und wenn dann, weil dort gerade die Freileitungen verliefen. An denen Ausleger mit Leuchten befestigt wurden und diese dann meist auch noch recht unterdimensioniert waren, aus Mangel an Material. Darüber hinaus wurden die Leuchten schlecht gepflegt und waren einfach überaltert. Da die meisten Straßenlampen offen betrieben wurden und noch werden sieht man das am ehesten an den Reflektoren. Wenn die völlig Matt und stumpf sind, lässt die Lichtausbeute zwangsläufig einfach stark nach.
Aber das ist ja heute alles wieder eine Freude für uns :g) . Denn nur so gibt es die Möglichkeit an die schönen Lampen heran zu kommen um sie zu bewundern, weil sie es doch irgendwie geschafft haben die lange Zeit zu überdauern. :DD .

So! Das war mal mein Pamphlet dazu :gsmile:

Schöne Grüße

Konsum
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Re: Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Lampenfreak » Mittwoch 16. August 2017, 08:26

Ich kann das meiste nur so von Erzählungen berichten. In der Kleinstadt, in der ich aufgewachsen bin, war es in den Wohngebieten teils etwas duster bedingt durch die großen Leuchtenabstände. Teils waren die Leuchtmittel auch verbraucht.

Ansonsten gab es wohl in den 80ern eine Anweisung zum Strom sparen, da wurde dann einfach jede zweite Leuchte ausgeknipst. Aber verglichen mit heute, gaben die alten Leuchten doch besseres und gleichmäßigeres Licht.

Für mehr kann ich nicht sprechen (persönlich), weil Ender der 80er erlebnt, kurz vor der Wende.
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Beitragvon Glasei » Mittwoch 16. August 2017, 14:34

Kann hier aus 2 Sichten was sagen.

1. Als kleiner Junge öfter in der DDR gewesen: Es war tatsächlich nicht übermäßig hell.
Was aber der Sicht keinen Abbruch tat. In ein Loch gefallen ist man trotzdem nicht.

2. Als Autofahrer ab 1989: Den schon beschriebenen Unterschied zwischen Innenstadt und "draußen"
kann ich bestätigen. Interessanterweise hatte ich damals aber kaum das Gefühl, das
die Beleuchtung (im Gegensatz zu heute) übertrieben wirkte.

Die Beleuchtung erzeugte im Osten eine interessante Stimmung.
Kann es nicht beschreiben, war einfach so. Hatte schon was, wenn
man beim Lichte abgelatschter HQLs die Straße langlief... :green:
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Re: Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Matthias » Mittwoch 16. August 2017, 14:39

Moin,

kann ich von meiner Stadt nicht behaupten!Auch die Leuchtenabstände sind io!
Regional sicherlich unterschiedlich und schlechter als heute waren die überhaupt nicht!
Das liegt nur am Wartungszustand!
Und wenn ich den HQL-Murks,der nach der Wende in den Dörfern angebaut wurde,nie gewechselt und die Abdeckungen vergilbt,sehe,da wird mir schlecht! :(=):

Die Westdeutsche LS-Beleuchtung in W-Berlin,Köln oder Frankfurt u.ä.Städten,mit nur 1 Röhre ist nicht heller.Eher gefunzel...Und das in der Großstadt!
Das gab´s im Osten nicht!
Wenn du mal im ländlichen Raum in Niedersachsen guckst,was da für Leuchtenabstände sind,brauchst du dazwischen ne Taschenlampe.

Sicher gibt´s da überall regionale Unterschiede und pauschal das Eine ist besser als das andere,würde ich nicht sagen.
Und ich fange jetzt auch nicht mit der NA-Lampe an.. :gwink:

Gruß
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Re: Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Olav » Freitag 18. August 2017, 12:10

Hallo Cedric,

die Frage kann man mit ja und nein beantworten.
Es gab in der DDR die Bestrebung den Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung zu senken. Das ist mit ein Grund, warum die Umrüstung der Straßenleuchten von NF-Lampen auf NA-Lampen vorangetrieben wurde oder gleich ganz neue Leuchten mit NA-Lampen im Austausch kamen.

Der andere Punkt ist: auch in der DDR war Elektroenergie immer Magelware. Es gab in den achtziger Jahren "von ganz oben" die Anweisung, jede zweite Leuchte abzuschalten bei Doppelauslegern. Nach ein paar Jahren konnte man da wieder zurückrudern und die Leuchten wieder mit an das Netz anschließen.

Ein lesenswerter Artikel: Wie die DDR gegen den Stromausfall kämpfte

Die optisch besseren Leuchten wird man schon bevorzugt in Bezirksstädten verbaut haben, für Nebenstraßen und Provinz langten da auch Töpfe, Minilöffel und BG0.

Freundliche Grüße

edit.: einen Link hinzugefügt

Olav
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Re: Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Matthias » Freitag 18. August 2017, 17:06

Moin,

so Mitte/Ende 80ziger hat die DDR Strom in den Westen exportiert,
und zwar an den Übergangsstellen Wolmirstedt/Helmstedt und Wolkramshausen/Neuhof bei Bad Sachsa.

Gruß
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Re: Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Topfleuchte » Freitag 18. August 2017, 19:22

Guten Abend,

vielen Dank für die ganzen Antworten von euch. Das mit der "NA Anweisung" ist mir schon bekannt gewesen, meine RSL wurde auch "Opfer" dieser Maßnahme. Da wurde das Cassis inklusive Betreiebsgeräte gewechselt.
Auf dem Typenschild war aber HQL verzeichenet, der rest die restlichen Teile sind noch Original geblieben.

Das mit der Abschlatung von Doppelauslegern war mir nicht bekannt. Der Strom war durchaus Mangelware, aber das es solche Maßnahmen gab, war mir nicht bekannt.

Grüße :g)
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Re: Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Matthias » Freitag 18. August 2017, 22:42

Warum Opfer?
Damit machst du dir aber nicht nur Freunde.. :gsmile:

Der Strom war nicht dauerhaft Mangelware!Das ist Propaganda!
Zu bestimmten Zeiten,gerade im Winter ja!Aber Ende der 80ziger haben sie Überschuss produziert,deswegen der Export!

Es war ja sogar der Anschluß über HGÜ von Westberlin geplant,vom Ostnetz her!
Und nicht nur geplant,die Verträge und Anlagen waren schon im Bau(über Wolmirstedt,380KV)!Das wurde zur Wende eingestellt,hat aber bis `95 gedauert,bis W-Berlin ans deutsche Stromnetz angeschlossen war.
Vorher sind die 50Jahre auf "Insel" gelaufen,mit der größten USV der Welt,für den Schwarzstartfall..! :green: :gwink:

Die HGÜ-Anlage von Siemens war ein paar Jahre in Bayern an der Deutsch-Tschechischen Grenze im Einsatz,bis die beiden Netzregelsysteme angepasst wurden..


Gruß
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Re: Wurde in der DDR an Straßenbeleuchtung gespart?

Beitragvon Topfleuchte » Samstag 19. August 2017, 03:38

Moin Matthias,

das mit dem Opfer nicht falsch verstehen, war nur so ne Redewendung. Ich mag die NA Version persönlich lieber.
Ich hatte ja die Wahl zwischen beiden Versionen.

Grüße
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