KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon Bitburger » Freitag 6. Januar 2017, 23:27

HQI-TS hat geschrieben:Im dauerbetrieb halten die 250W Osam P.R.C. 5 jahre durch wen man das Vorschaltgerät auf 250V anklemmt :sm040:


dann bekommt die Birne aber doch weniger Leistung ab :goops:

PS: danke für das Angebot weiter vorne, komme ich evt einmal gerne drauf zurück!


Ok, danke Euch, ich werde die Strahler erstmal so lassen, solange ich bisher keine 240-250V Perioden im heimischen Netz gemessen habe.
Vor Dauerbetrieb (den ich kaum mehr erwarte da die HQL nur zum Spaß an dem schönen Licht sind) würde ich aber dann ein neues VG einbauen,
welches auf 230V ausgelegt ist. Denn +18-25% sind schon ein Wort...

viele Grüße

Christoph

PS: Wegen PRC:
ich habe hier ein paar alte O..am HQL die zumindest optisch auch nicht so der Hit sind, Brenner aussermittig und schief drin...
Und jch wette, dass evt sogar die originalen Fertigungsstraßen da hin verlegt wurden, evt sogar mit Subventionen.
Glaube daher nicht, dass die per se schlechter sind als europäische...es sei denn, man hat bewusst noch zusätzlich eingespaart.
Wenn man in China bereit ist Geld auszugeben, bauen sie auch dort Hardware vom feinsten!...Aber das ist meisst nicht im Sinne
des Investors...ich persönlich finds einfach nicht schön wenn PRC drauf steht, das passt so garnicht. Die alten HQL sind ein Stück
Industriekultur! Unvergessen in rheinischen Großkraftweren und tiefsten Salzstollen unter Tage in den östlichen Bundesländern.
HQL war immer original, ob Nar*a oder von den 4 ehemals Großen anderen... :heartbreak:
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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon IngoZ. » Dienstag 10. Januar 2017, 22:37

Hallo in die Runde und Euch noch ein Gesundes Neues !

Sorry, wenn ich mich selten sehen lasse, die Prioritäten liegen zZ etwas anders...

Also die 220V~ Drosseln haben schon ein paar Probleme, aber so schlimm ist es auch nicht:

Die Leistung bei normalen Widerständen wie z.B. Glühlampen steigt quadratisch mit der Spannung, weil mit der Spannung auch der Strom steigt.
Bei der NA-Lampe ist es ähnlich, weil mit der Spannung zunächst der Strom und dann thermisch bedingt auch wiederum die Brennspannung langsam ansteigt. Deshalb ist die Gefahr des "Durchgehens" gegeben, die meist mit Verlöschen beendet wird...

Bei der HQL steigt die Leistung mit der Netzspannung nur linear, weil die Spannung über der Lampe ziemlich konstant bleibt, wenn die Lampe hochgelaufen ist. [Ursache ist hier vor allem, daß bei ca. 70...80% Leistung alles Quecksilber verdampft ist(ungesättigter Dampf!), bei der NA-Lampe bleibt immer eine "Reserve", deshalb ist der Dampf gesättigt, steigt die thermische Energiezufuhr, ändert sich der Sättigungszustand und der Spannungsfall wird größer...]

Nach Ingo Kielstein (Urgestein der DDR-Straßenbeleuchtung) ist es sehr schädlich, wenn HQL-lampen kleiner Leistung bis 125W mit auch nur geringer Überlast laufen. Ab 250W beobachtet man das nicht mehr so, daß die Brenner schnell schwarz werden. Der heutige Schrott aus dem Land des Lächelns verschärft natürlich das problem, weil die Erkenntnisse der deutschen Lampentechnik aus den 60-er...70-er Jahren nicht mehr verbaut werden.... kennt Ihr.

Bei NA-Lampen haben wir das Problem, daß die Lampen in einen anderen Arbeitspunkt gezwungen werden, bei dem die Brennspannung schneller ansteigt, deshalb gabst spezielle NA-lampen für DDR-VG mit höherer Brennspannung von Hause aus um den Anstieg zu begrenzen und auf Lebensdauer zu kommen....

Jetzt muß man noch was zur heutigen Netzspannung sagen. Früher waren 220V~ NENNspannung üblich, +6%/-10% im Westen seit den 80-ern (?? hab ich nicht genau im Kopf, gab mehrer Stufen...). Im Osten war die Toleranz größer, v.a. in der Praxis... aber eher zu kleine Spannung !
Heut haben wir 230V~ +/-10%, heißt 206...253 V~, dieses breite Band ist einfach mal nicht mehr wirklich beherrschbar ! Alte DDR-Geräte haben zuweilen Probleme damit, ebenso wie die geliebten Glühlampen...
Heute sind eher zu hohe Spannungen zu finden, mehrere Ursachen.

Fazit: Für Dauerbetrieb an Spannungen > ca. 235V~ sollte man nicht unbedingt 220V~ Drosseln nehmen, gefühlt werden die Drosseln zu heiß und die Leistung wird etwas zu groß. Zum gelegentlichen Betrieb oder im "tolerierten" Einzelfall ist das aber kein Problem, zumal dann der Kurzzeitbetrieb die Lampe mehr schädigt als die zu hohe Spannung...Leistung. PRC-Schüttgut ist eh frühzeitig Müll. Vielleicht kann man in gewissen Grenzen (VDE) die Zuleitung etwas dünner machen, dann verliert man nochmal ein paar V~ mein ich durchaus ernst. Genau wie die Verwendung anderer Drosseln, z.B. gehen Drosseln für HQI/NC-Lampen mit Un = 220V~ und 3,65A Nennstrom sehr gut für 400W-NA-Lampen an 230...240V~, der Nennstrom von 4,4A wird damit noch nicht erreicht, aber die Lampen werden richtig schön hell und halten viel länger als mit 220V~NA-Drossel. Gerade wenn die Brennspannung schon etwas angestiegen ist (wie bei einer SON400 von mir > 140V), ist ein gewisser "Unterstrom" sehr gut und man hat uU. trotzdem die volle Leistung...
Muß man ausprobieren, Impedanz bestimmen, messen etc.

Gruß IngoZ.
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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon Matthias » Mittwoch 11. Januar 2017, 15:58

Moin Ingo,
schön das du dich auch mal wieder zu Wort meldest. :g)
Was auch geht und ich bei "wertvollen" alten NA´s mache,einfach ein VG mit einer Leistungsklasse geringer verwenden!

NA250 auf VNHD 175
NA175 auf VNHD 150

Oder aber auf Leistungsreduzierung,wenn vorhanden.
Bei Massenware oder China-Müll voll drauf,da gibt´s keine Gnade.. :gwink:

Gruß
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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon Bitburger » Mittwoch 11. Januar 2017, 20:53

Hi Ingo,

vielen Dank für Deine Erklärungen !
Das ist sehr interessant!
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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon Löffel » Donnerstag 12. Januar 2017, 19:37

Ingo, Toll das Du hier mal Zeit gefunden hast um uns zu Antworten. Somit versteht es auch ein Laie. Danke. :sm023:
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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon Bitburger » Samstag 14. Januar 2017, 22:30

sooo, habe heute den einen der beiden "großen" BEGA Strahler dann doch nochmal umgebaut.
Auf ein neues VS-KVG, die große Bauform! Und diese passt tatsächlich 1:1 da rein, der Lochabstand
ist der gleiche wie vom alten May&Christe, welches statt auf einer Bodenplatte
dort mit waagerechter Spule auf zwei kleinen Blech-Winkeln geruht hatte und nun im Ruhestand ist.

Bei den aktuellen braunschweiger 218 V ist die 250W Lampe nun deutlich funzeliger;
dies sehe ich in der Tat als Beleg dafür, dass 10V mehr oder weniger einen Unterschied machen.
Formal entspricht dies hier nun also soetwas wie wenn ein Vorschaltgerät bei 230V Netz am 240V Eingang verdrahtet ist...?
Zu hause in Marburg bei 230V sollte dann alles wieder passen!

Bild

Der zweite Strahler ist nun ausgeräumt und bleibt erstmal leer, ich denke ich werde
auf NAV umbauen! Habe noch zwei schöne alte 250W Drosseln alter Bauweise (Papier über der Wicklung statt
Plastikdeckel) aber schon für 230V. Irgendwo fliegt auch noch ein BAG-Turgi Zündgerät herum, und Kondensatoren
bekam ich nun auch nochmal deutlich kompakter als die Zigarre da oben, sodass sie vertikal neben das
Zündgerät passen werden... :P

Hoffe, noch etwas mehr über Vorschaltgeräte zu lernen. Bei gegebener Induktivität scheint
es doch noch einige Freiheitsgraden bezüglich der Bauform zu geben: von links nach rechts:

Bild

May&Christe, 250W, 220V, ca. 1985, waagerechter Einbau auf zwei Füßchen...
Blechpaket noch verschraubt, viel Luft zwischen Spule und Blechen. Delta T 55 °C.

Vossloh&Schwabe, 250W, 230V und 240Vgroße Bauform, modernes und extrem sauber verarbeitetes KVG aus 2003.
Große Bodenplatte, dürfte sich auch bei der 400W Version nicht ändern...
Baut relativ hoch, großes Blechpaket, mit sehr kompakt verlaufender Spule.
Trotzdem noch geringere Eigenerwärmung als das M&C vorher, deltaT 50°C.

ganz rechts das kleinste im Bunde, ABB, 220,230 und 240V allerdings 400W! Keine Ahnung warum diese Geräte im Vergleich
so klein sind, hatte ich auch mal bei meinen Natriumdampf-Lampen beobachtet (400W ABB vs. 400 W VS).
DeltaT 75 °C (für 400W recht typisch, VS ist da laut Katalog auch 5° kühler), Verarbeitung...naja, sagen wir, irgendwie "funktional" :?

Konnte es aber dann doch nicht lassen, mal kurz das 400W VG in die Lampe zu stellen...

Bild

und es mit einer gebrauchten Radi*m-China-Dschunke zu testen:

Bild

tja, das war dann mal wirklich hell. Sogar ein 400W-Elipsen-Leuchtmittel passt noch gerade
so herein (gut, liegt hinten an, Fassung müsste noch ein paar mm weiter Richtung Scheibe)
und es steht dem Strahler wirklich gut! Viel besser als die kleinen 250er Birnen, die man im Reflektor erstmal suchen muss!
Ich finde auch nicht, dass das ganze jetzt viel beengter als in heutigen Flutern aus
der Bucht oder Klassikern wie "Norka Pollux" ist. Ein ähnlich großer Philips "SNF 300" ist sogar komplett aus Kunststoff...
Aber original gab es diesen Typ eben nur mit 250W, und auch der Hersteller riet mir auf Anfrage kürzlich aus thermischen Gründen ab.

Ich versuche nun herauszubekommen, wie viel % der elektrisch aufgenommenen Energie
bei HQL und NAV nun tatsächlich als Licht abgestrahlt werden und damit nicht zum Erwärmen
der Leuchte beitragen. Wie gesagt, einen NAVT-T 250W-Umbau wird es geben, und evt. ist ja 400W Natriumdampf
tatsächlich einen Versuch Wert... :goops:

Gruß Christoph
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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon HQI-TS » Sonntag 15. Januar 2017, 12:23

Wen du da eine 250W NaH lampe reinbaust, dan ist der schon ganz ordentlich Hell mit 33000 Lm
eine 400W HQL macht Nur 22000 Lm wen sie Neu ist.
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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon HQI-TS » Mittwoch 25. Januar 2017, 17:15

Wie ist das eigendlich bei der verwendung von NaH oder HQI Austauschlampen mit Innenzünder.
Sind die dafür gemacht das man sie mit 230V an 220V Drosseln betreiben kann ?
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Re: KVG's aus 220V~ - Zeit am Netz von heute-> o.k.?

Beitragvon Bitburger » Sonntag 24. September 2017, 06:51

Guten Morgen.

hole den thread nochmal hoch, da ich noch etwas zu beitragen kann.

Bekam noch einen BEGA 9306, also die 250W HQI-Version des HQL-Strahlers oben.
Obwohl sogar noch zwei Jahre älter, war dort keine Drossel uralter Bauform drin,
sondern eine vergossene mit zwei Anzapfungen, 220 UND 230 Volt. Sogar mit
beschrifteter Klemme für das Anschlusskabel, sodass jeder der die Lampe anschliesst
sofort sehen kann, ob er auf 220 oder 230V gegangen ist!

Das mach erstmal keinen Sinn, oder doch?

Gestern dann nochmal das "Osr0m Lichtprorgramm" von 2000/2001 gewälzt, dort sind die zulässigen
Abweichungen von der Versorgungsspannung angegeben, zumindest für die eigenen Leuchtmittel:

HQI/NAV 3%
HQL...trommelwirbel....10%

Das heisst also:

1. 220V KVG für Quecksilberdampf ist heute bis 242 Volt Netzspannung noch zulässig !!!

2. Die Strahlerbestückung war sehr wahrscheinlich Absicht, anno 1988 hatte man für HQI schon zugesehen,
dass ein 230V Betrieb gewährleistet werden kann, für HQL war dies auf lange Sicht hin nicht Notwendig !

krass, finde ich interessant! :groll:
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Beitragvon Glasei » Sonntag 24. September 2017, 14:54

Bei umschaltbaren KVG habe ich es auch bevorzugt, die 230V Anzapfung zu nehmen.
Bei langzeitigem Betrieb gibt es etwas Entlastung für's Material.
Ihr da ohm ! Macht watt ihr volt !!!
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